Unglück

Acht Festnahmen nach Hauseinsturz in Mumbai

Nach dem tödlichen Einsturz eines Rohbaus in einem Vorort der indischen Metropole Mumbai hat die Polizei acht Menschen festgenommen.

Es handle sich um zwei Bauherren, fünf Mitarbeiter der Gemeindebehörde und einen Polizisten, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Den Bauherren, die nach dem Unglück geflohen sind, werde vorsätzlicher Totschlag vorgeworfen, meldete die Nachrichtenagentur Press Trust of India (PTI). Derweil wurde die Suche nach möglichen Überlebenden eingestellt und eine Untersuchung der Tragödie mit mindestens 72 Toten eingeleitet.

„Die Rettungsarbeiten wurden beendet, da es keine Hoffnung mehr gibt, noch Überlebende zu finden“, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Thane, wo das illegal erbaute siebenstöckige Gebäude am Donnerstag eingestürzt war. Insgesamt gebe es mindestens 72 Tote und 36 Verletzte, teilten die Behörden mit – darunter 17 tote Kinder. 126 Menschen seien gerettet worden. Noch am Sonnabendvormittag war nach Angaben der Polizei schweres Räumgerät bei der Suche nach weiteren Opfern des Unglücks im Einsatz. Dabei wurden weitere Leichen aus den Trümmern gezogen. Eine 65 Jahre alte Frau konnte am Freitagabend nach 30 Stunden lebend aus dem Schuttberg gerettet werden. „Wir sind ziemlich sicher, dass dort niemand mehr ist“, sagte der Leiter der Rettungskräfte nach Beendigung der Suche. Bei den Opfern handelt es sich vor allem um Arbeiter und ihre Angehörigen. Häufig leben die Tagelöhner mit ihrer Familie auf den Baustellen.

Das rund 35 Kilometer von Mumbai entfernt errichtete Gebäude war am Donnerstagabend eingestürzt und hatte einen etwa acht Meter hohen Berg aus Schutt hinterlassen. „Wir mussten sehr vorsichtig vorgehen, weil jeder Fehler die Opferbilanz noch weiter erhöht hätte“, zitierte PTI den Leiter der Rettungskräfte. Die Regierung des Bundesstaates Maharashtra, in dem Thane liegt, kündigte Untersuchungen zu dem nicht genehmigten Bau an. Sie geht davon aus, dass in Thane noch mindestens 1216 weitere „gefährliche“ oder „sehr gefährliche“ Gebäude stehen. Wie örtliche Medien zudem berichteten, wurde ein ranghoher Beamter wegen Verletzung der Pflichten entlassen.