Protest

Anschlag auf Til Schweigers Haus

Täter bekennen sich in Brief zu Farbbeutel-Attacke und Brandstiftung

Auf das Haus von „Tatort“-Star Til Schweiger in Hamburg ist nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 ein Anschlag verübt worden. Die Täter haben demnach in der Nacht zu Montag das Auto von Schweigers Freundin angezündet und sechs große weiße Farbbeutel gegen das Haus des Schauspielers geschleudert, wie der Sender am Montag berichtete. Der TV-Kommissar und seine Freundin seien zur Tatzeit nicht anwesend gewesen, heißt es.

Ein Passant habe gegen 3 Uhr Polizei und Feuerwehr alarmiert, berichtete der Sender weiter. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage einen Anschlag auf ein Haus in den Elbvororten, wollte sich aber nicht zur Identität des Hausbewohners äußern. Das Auto, ein heller Mini-Cooper, wurde noch am frühen Nachmittag abgeschleppt. Von Til Schweigers Seite war zunächst kein Statement zu erhalten. Nach Informationen der „Bild“ befinden sich Schweiger und seine Freundin derzeit im Urlaub.

Zu dem Anschlag bekannte sich laut „Hamburger Morgenpost“ die Gruppe „die Tatortverunreiniger_innen“. Bei der Zeitung ging am Montagnachmittag ein Bekennerschreiben ein, in dem es heißt, Schweiger habe mit seinen öffentlichen Äußerungen und seinem Film „Schutzengel“ den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan verherrlicht. „Deutsche Kriegseinsätze mit allen ihren Folgen sollen als normal und gerecht empfunden und akzeptiert werden“, schreibt die Gruppe. In den Äußerungen Schweigers und in seinen Produktionen würden die „Opfer der deutschen Truppen“ jedoch keine Erwähnung finden. Aus diesen Gründen habe man Schweigers Anwesen „mit ‚krimineller‘ Energie heimgesucht“.

Die „Opfer der deutschen Truppen“, wie beispielsweise die mehr als 140 Zivilisten, die am 4. September 2009 bei einem Luftangriff nahe Kunduz ums Leben gekommen waren, fänden in den Äußerungen und Produktionen des Schauspielers keinerlei Erwähnung.

Näher bei den Kindern

Til Schweiger war erst kürzlich aus Berlin in seine Wahlheimat an die Elbe gezogen, um näher bei seinen Kindern zu sein. Das Haus hatte er sich gemeinsam mit seiner Freundin Svenja Holtmann gekauft. Nach der Trennung von seiner Frau Dana im Jahr 2005 war Schweiger nach Berlin gezogen, seine Kinder waren bei ihrer Mutter in Hamburg-Niendorf geblieben.

Auch beruflich ist Schweiger an Hamburg gebunden, gab er vor zwei Wochen als „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller seinen Einstand („Willkommen in Hamburg“). 12,57 Millionen Menschen sahen Schweiger dabei zu, wie er gegen einen Menschenhändlerring und einen ehemaligen Kollegen ermittelte. Der heiß diskutierte Krimi war bis zu diesem Sonntag als quotenstärkste Folge der beliebten Reihe in die Fernsehgeschichte eingegangen. Getoppt wurde Schweigers Quote von dem „Tatort“ aus Münster. Den Krimi „Summ, Summ, Summ“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers verfolgten nach Messungen der GfK-Fernsehforschung 12,81 Millionen Zuschauer.