Unfall

Deutsche Touristin in Neuseeland aus Felsspalte gerettet

18 Stunden musste sie schwer verletzt ausharren

Eine deutsche Bergsteigerin ist in Neuseeland auf einem Gletscher in eine Felsspalte gestürzt und musste dort eine Nacht auf Rettung warten. Die 34-Jährige sei am Freitag geborgen worden, berichtete Polizist Sean Judd. Die Bergsteigerin kam nach seinen Angaben mit mehreren Knochenbrüchen in ein Krankenhaus in Christchurch. Die Frau war am Donnerstag fünf Stunden nach dem Start einer Bergtour am 2750 Meter hohen Explorer-Gletscher an der Westküste der Südinsel ausgerutscht. Sie stürzte daraufhin mindestens zehn Meter tief. Ein kleiner Felsvorsprung rettete ihr offenbar das Leben. „Sie hat Riesenglück gehabt“, sagte der Leiter des Rettungsteams, Marius Bron. Nach diesen Angaben zog sie sich bei den Sturz einen offenen Bruch des Handgelenks und einen Beinbruch zu.

Die Frau war mit einem deutschen Begleiter unterwegs. Der Arzt, 55, schaffte es, zu der Frau hinabzuklettern. Er sicherte sie vor dem weiteren Abrutschen, schiente ihren Arm und gab ihr Schmerzmittel. Dann musste er eine weitere Stunde zu einer Hütte wandern, um Alarm zu schlagen. Drei Retter erreichten die Frau am Abend in dichtem Nebel. Sie sei sehr unterkühlt gewesen und habe unter großen Schmerzen gelitten, berichteten sie.

Die Rettungskräfte konnten die Bergsteigerin wegen des Nebels nicht mehr in Sicherheit bringen. Stattdessen bauten sie auf dem Felsvorsprung ein Zelt auf und halfen der Frau, sich mit Wärmflaschen und warmen Getränken warm zu halten. „Sie war unglaublich stark“, sagte Bron. „Trotz der Fraktur hat sie sich mit uns unterhalten.“ Die Polizei konnte keine Angaben machen, aus welchem Bundesland die Frau stammte.