Kriminalität

Unfallfahrer von Brooklyn flüchtete aus Angst vor Schießerei

Drei Tote und eine völlig schockierte jüdisch-orthodoxe Gemeinde – das ist die Bilanz eines schweren Verkehrsunfalls, der seit dem vergangenen Sonntag die New Yorker bewegt.

Noch immer wird der Fahrer des BMWs gesucht, der auf einer Kreuzung mit hoher Geschwindigkeit in das Auto von Raizel und Nachman Glauber prallte.

Die 21-Jährige erwartete ihr erstes Kind und wollte sich ins Krankenhaus bringen lassen. Bei dem Auffahrunfall wurde sie aus dem Auto geschleudert. Sie starb ebenso wie ihr ebenfalls 21 Jahre alter Ehemann an den Folgen des Aufpralls. Rettungskräfte schnitten ihr noch vor Ort den ungeborenen Sohn aus dem Mutterleib. Das Kind überlebte die Not-OP nur um knapp zwei Tage. Nun meldete sich erstmals der Unfallfahrer zu Wort. Julio Acevedo gab einem TV-Sender per Handy ein Interview, der 44-Jährige ist flüchtig. „Mein Herz fühlt mit ihnen“, soll er dem Reporter gesagt haben. Er habe nicht gewusst, dass das Paar bei dem Aufprall, den er selbst offenbar unverletzt überstand, gestorben sei. „Das habe ich erst aus den Nachrichten erfahren“, zitieren ihn New Yorker Blätter.

In New York war der tödliche Unfall ein großes Thema. Acevedo verteidigte seine Crashfahrt nun damit, dass er selbst in Gefahr gewesen sei. Auf ihn sei geschossen worden, so Acevedo, der etliche Vorstrafen, unter anderem wegen Mordes haben soll. Deshalb sei er nicht am Unfallort geblieben, so der 44-Jährige weiter: „Ich hatte Angst. Auf mich wurde kurz zuvor geschossen“, zitieren ihn die Zeitungen. Stellen will er sich nach Rücksprache mit einem Anwalt. Die Polizei fahndet derweil weiter nach Julio Acevedo.