Rückkehr

Abgeschobene Kurdin ist zurück in Deutschland

Vor acht Jahren wurde sie von ihrer Familie getrennt

Acht Jahre nach ihrer umstrittenen Abschiebung in die Türkei ist die Kurdin Gazale Salame mit zwei ihrer Kinder am Sonntagfrüh nach Niedersachsen zurückgekehrt. Am Flughafen Hannover empfingen sie ihr Mann und ihre beiden Töchter, die sie während der Zeit der erzwungenen Trennung nicht gesehen hatte. Unter Tränen schlossen sich alle in die Arme. „Es ist alles schön, ich will nur Frieden“, sagte Salame. Die Abschiebung der Frau und die Trennung der Familie hatten bundesweit für Empörung gesorgt.

Niedersachsens neuer Innenminister Boris Pistorius (SPD) begrüßte die wieder vereinte Familie, ebenso wie zahlreiche Mitglieder der Familie und Vertreter von Flüchtlingsorganisationen. Das Schicksal Salames galt lange als Beispiel einer inhumanen Flüchtlingspolitik. Nach langem Tauziehen hatte der Landtag im Dezember grünes Licht für die Rückkehr gegeben. Politiker aller Fraktionen begrüßten am Sonntag das Ende des Flüchtlingsdramas. Unterstützer der Familie hatten am Nachmittag in Hildesheim eine kleine Willkommensfeier geplant. „Wir freuen uns, dass Eltern und Kinder nach acht Jahren wieder vereint sind“, reagierten die SPD-Abgeordneten Hanne Modder und Doris Schröder-Köpf. „Acht Jahre Familientragödie sind heute Geschichte“, meinte die Grünen-Parlamentarierin Filiz Polat.

Der FDP-Politiker Jan-Christoph Oetjen forderte grundlegende Änderungen im Asyl- und Ausländerrecht. „Der Fall Gazale Salame steht stellvertretend für die Situation vieler junger Familien in Deutschland. Es kann nicht sein, das Menschen, die nahezu ihr ganzes Leben bei uns verbracht haben, von Rechts wegen in Herkunftsländer geschickt werden müssen, die ihnen völlig fremd sind.“

Die schwangere Kurdin war 2005 mit ihrer einjährigen Tochter von Hildesheim in die Türkei abgeschoben worden, als der Vater die beiden älteren Töchter zur Schule brachte.