Raumfahrt

Cape Canaveral, wir haben ein Problem

US-Raumfrachter „Dragon“ meldet technische Schwierigkeiten

Der unbemannte private US-Raumfrachter „Dragon“ kämpfte bei seiner zweiten offiziellen Versorgungsmission zur „Internationalen Raumstation“ (ISS) mit technischen Problemen. Nach einem erfolgreichen Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida berichtete die Betreiberfirma SpaceX zunächst von Problemen mit den Korrekturdüsen und einem Treibstoff-Ventil.

Der Frachter sei stabil, sagte SpaceX-Chef Elon Musk später bei einer Pressekonferenz. Die Probleme seien behoben. „Antriebe eins bis vier funktionieren jetzt planmäßig“, schrieb der SpaceX-Chef kurz darauf auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. „Alle Systeme im grünen Bereich“, fügte er hinzu. Kurze Zeit später meldete Musk, der Raumtransporter sei erfolgreich auf eine höhere Umlaufbahn gebracht worden und „wieder auf Kurs. Das war schon ein bisschen angsteinflößend, aber wir glauben, dass wir das Problem jetzt gelöst haben.“

Eine Falcon-9-Rakete hatte „Dragon“ von Cape Canaveral in die Erdumlaufbahn gebracht. Nach dem Abkoppeln von der Trägerrakete waren bei dem Raumschiff drei der vier Antriebsdüsen ausgefallen. Der Transporter benötigte zusätzlichen Schub, um seine Reise zur ISS fortzusetzen.

Vor den technischen Problemen war die Ankunft an der Raumstation für Sonnabend um 12.30 Uhr MEZ geplant. Nun sei mit einer Verzögerung von mindestens 24 Stunden zu rechnen, erklärte der Verantwortliche für das ISS-Programm, Michael Suffredini. „Dragon“ beliefert die ISS mit 544 Kilogramm Material, unter anderem Ausrüstung für 160 Experimente. Auf dem Rückweg soll die Raumkapsel eine Tonne Material, darunter die Ergebnisse medizinischer Experimente, zurück auf die Erde bringen.

Notfalls kann der Raumfrachter dank seines Sonnensegels mehrere Monate lang im All bleiben. Am 25. März soll „Dragon“ wieder auf der Erde landen. Im vergangenen Jahr hatte der erste private Raumtransporter der Geschichte einen erfolgreichen Testflug und dann auch seinen ersten Versorgungsflug zur ISS absolviert – SpaceX schrieb damals mit der ersten privaten Transportmission zur ISS Raumfahrtgeschichte. Insgesamt zwölf dieser Versorgungsmissionen sind vorerst vorgesehen. Die SpaceX-Raumkapsel ist zurzeit die einzige Möglichkeit, Fracht von der ISS zur Erde zurückzubringen.

SpaceX gehört dem Milliardär Elon Musk, dem Mitbegründer des Internet-Bezahlsystems Paypal. In drei oder vier Jahren will SpaceX auch bemannte Missionen ins Weltall starten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit der Weltraumorganisation Nasa wurde bereits abgeschlossen.