Kriminalität

Keine Spur von belgischen Diamantenräubern

Der Verkauf der heißen Ware dürfte schwierig werden – und auch zwei Tage nach dem millionenschweren Diamantenraub am Brüsseler Flughafen gibt es keine heiße Spur von den Tätern.

Die belgische Polizei fahndete am Mittwoch mit Hochdruck nach den acht Unbekannten, die schwer bewaffnet Rohdiamanten im Wert von rund 50 Millionen Dollar (37,4 Millionen Euro) geraubt hatten. „Alle Spuren werden verfolgt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Die Fahnder gehen auch der Frage nach, wie die Täter an Polizeiuniformen sowie die Wagen mit Blaulicht kamen. Ein Auto wurde später ausgebrannt in der Nähe des Tatorts gefunden. Bei den Kriminellen handelt es sich nach Einschätzung der Fahnder um Profis. Die Diamanten seien schwer zu verkaufen, sagte der Präsident der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein, Jochen Müller. „Die Branche ist sehr klein, auch global gesehen. Man bekommt schnell mit, wenn Ware nicht die normalen Wege geht oder jemand mit ungewöhnlich großen Mengen handelt.“ Die Räuber könnten die Ware erst einmal zur Seite legen und die Steine später in kleinen Portionen in den Markt einschleusen. „Allerdings würde das bei dieser Menge Diamanten Jahre dauern“, sagte Müller.

Unterdessen ist eine Sicherheitsdebatte entbrannt. Die belgische Regierung erwägt ein Verbot von Werttransporten an Bord kommerzieller Flüge. Verkehrsstaatssekretär Melchior Wathelet lasse das Risiko in einer Studie prüfen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Dabei gehe es auch um die Frage, ob Polizisten statt privater Firmen solche Werttransporte begleiten müssten.