Kriminalität

Kein Beleg für Prostitution in der Diakonie

Den Stein ins Rollen brachte der Vater einer Bewohnerin der Diakonie Himmelsthür, Niedersachsens größter Behinderteneinrichtung.

Der Mann behauptet, dass sich zwar nicht seine Tochter, aber andere dort betreute Frauen prostituieren. Von „schwarzen Zuhälterlimousinen“, die vor den Wohnheimen am Rande des idyllischen Dorfes Sorsum parken, ist die Rede. Mehrere Mitarbeiter und ein ehemaliger Zivildienstleistender bestätigten Medienberichten zufolge die Darstellung des Vaters.

Die Einrichtung erstattete nach Bekanntwerden der anonymen Vorwürfe Anzeige. Seit Montag ermittelt die Staatsanwaltschaft, die bisher allerdings keinen Hinweis auf eine Straftat fand. „Alle Angaben, wonach sich Behinderte aus Geldnot prostituiert hätten, haben sich als heiße Luft und bloße Gerüchte erwiesen“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, Christina Pannek. Die Polizei habe deshalb auch kein Strafverfahren eröffnet.

In der Diakonie Himmelsthür ist die Aufregung groß, denn alle Mitarbeiter stehen unter Generalverdacht. Hat jemand bewusst weggeschaut und damit Prostitution geduldet? Es gab bereits Befragungen der Angestellten. Auf der Homepage wird um Mithilfe gebeten. „Wenn sich alles als haltlos erweist, werden wir wegen übler Nachrede rechtliche Schritte prüfen“, kündigte der Direktor der Einrichtung, Ulrich Stoebe, an.