Klima

Zu Weihnachten wird es mild

ADAC erwartet in den nächsten zwei Wochen Staus auf Straßen in Richtung Süden

– Keine Hoffnung auf Winterzauber: 99 Prozent der Menschen in Deutschland werden grüne Weihnachten erleben, sagen Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Lediglich auf der Zugspitze kann man weiße Weihnacht feiern. Ansonsten gibt es überall im Land Tauwetter bis auf Lagen von 1500 Metern, also auch in allen Mittelgebirgen. Daran ändert auch Hoch „Thomas“ nichts, das in Osteuropa für Kälte sorge. Zwar gibt es bis einen Tag vor Weihnachten im Nordosten Deutschlands noch Dauerfrost, ab Montag ist damit jedoch Schluss. Dann verdrängen sogenannte „Atlantik-Bläser“ die Kälte. Diese Tiefdruckgebiete sorgen, aus dem Westen kommend, für milde Temperaturen und kräftigen Wind. An Heiligabend klettern die Temperaturen laut DWD im Nordosten des Landes auf plus drei bis sieben Grad, im Südwesten sogar bis auf 15 Grad.

Milde Temperaturen und viel Niederschlag könnten Hochwasser an Donau, Neckar, Rhein, Main, Mosel und Saar bringen. Wegen der komplizierten Wetterlage gibt es aber noch keine genauen Vorhersagen über die Wasserhöhen. Mit einem Jahrhunderthochwasser wie zu Weihnachten 1993 wird aber nicht gerechnet.

Gefährlich könnte es noch in den Tagen bis Weihnachten für Autofahrer werden. Vor allem am Sonntag sei laut DWD mit glatten Straßen zu rechnen. Nordöstlich der Elbe gebe es Eisregen, weiter südwestlich würden es regnen. Staus erwartet der ADAC vor allem an den Tagen vor Weihnachten. Die Ferien begannen in allen Bundesländern am Freitagnachmittag. Viele, die verreisen, haben sich bereits in Bewegung gesetzt. Aber auch für Sonnabend erwartet der ADAC Staus in den Ballungsräumen und auf den Ausfallstraßen sowie den Autobahnen in Richtung der Wintersportgebiete. Der ADAC empfiehlt Reisenden, am Sonnabend und Sonntag möglichst erst in den späten Abendstunden aufzubrechen. Die beste Reisezeit am Heiligabend liege zwischen 14 und 16 Uhr.

Staugefährdet sind vor allem Straßen in Richtung Süden, etwa auf der A 9 (Berlin–Nürnberg–München) und weiter auf der A 8 nach Salzburg, auf der A 95 nach Garmisch und der A 93 nach Kufstein.

Wer Ski laufen will, muss sich auch in den Zielländern auf Staus einstellen. Der ADAC nennt alle wichtigen Autobahnen, die Fernpassroute sowie die Tiroler, Salzburger und Vorarlberger Bundesstraßen; in Italien die Brennerautobahn und die Straßen ins Grödner-, Puster- und Gadertal; in der Schweiz die Gotthard- und die San-Bernardino-Route sowie die Zufahrtstraßen in die Skiorte.

An den Feiertagen selbst dürfte es ruhiger zugehen, so die Experten. Am Freitag und Sonnabend, 28. und 29., könnten sich die Reisenden dann begegnen: die einen reisen wieder zurück, die anderen machen sich erst auf den Weg, um Silvester und die Tage danach in der Ferne zu verbringen. Am Wochenende 5. und 6. Januar rollt auf jeden Fall eine Rückreisewelle.

Die Deutsche Bahn erwartet einen großen Andrang am Wochenende, vor allem auf den großen Nord-Süd- und Ost-West- Verbindungen. Reservierungen seien ratsam, kurzfristig entschlossene Reisende müssten vor Weihnachten damit rechnen, keinen Sitzplatz zu bekommen.