Königshaus

Kates Krankenschwester brachte sich um

Obduktion bestätigt den Suizid der Britin, die einen Scherzanruf annahm

Die Krankenschwester, die einen Scherzanruf im Krankenhaus mit der schwangeren Kate weitergeleitet hatte, hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach erhängt. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die Londoner Polizei am Donnerstag veröffentlichte. Eine Kollegin und ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hätten die zweifache Mutter erhängt in ihrem Zimmer im Wohnheim der Klinik gefunden. Die Frau habe Verletzungen an den Handgelenken gehabt. Die Polizei stellte drei Briefe sicher, deren Inhalt zunächst geheim blieb. Die Polizei hatte Fremdverschulden ausgeschlossen.

Was ist genau passiert?

Die nächste Sitzung des Untersuchungsausschusses soll am 26.März stattfinden. Was genau passiert ist, wird die Öffentlichkeit also so schnell nicht erfahren. Die 46-Jährige war vor einer Woche tot aufgefunden worden – drei Tage nachdem sie im König-Edward-VII.-Krankenhaus einen Scherzanruf entgegengenommen hatte. Am anderen Ende der Leitung gaben sich die Moderatoren des australischen Radiosenders 2DayFM, Mel Greig und Michael Christian, als Königin ElizabethII. und Prinz Charles aus. Sie erkundigten sich nach dem Zustand der schwangeren britischen Herzogin Kate, die in dem Krankenhaus behandelt wurde. Die Schwester stellte den Anruf zu einer Kollegin durch, die Auskunft gab. 2DayFM versprach inzwischen, die Hinterbliebenen mit mindestens 500.000 australische Dollar (404.000 Euro) zu entschädigen.

Die Polizei untersuche derzeit Telefonanrufe und E-Mails, um den Ursachen des Todes auf die Spur zu kommen, sagte der zuständige Kriminalhauptkommissar James Harman. Zudem werde man mit den Kollegen in Australien zusammenarbeiten. Dort sollten einige Zeugen verhört werden.

Die Familie der Frau, die aus Indien stammte, war bei der Anhörung am Donnerstag nicht dabei. Sie kündigte für das Wochenende Gedenkgottesdienste in ihrem Wohnort Bristol sowie in London an.

Dem australischen Radiosender drohen Konsequenzen aus dem Anruf. Die australische Medienaufsicht leitete am Donnerstag eine formelle Untersuchung ein, ob 2DayFM mit dem Anruf die Richtlinien für Privatsender verletzt habe.

Die britische Regierung treibt derweil eine Änderung der Thronfolgeregelung voran. Ein Kind von Prinz William und Kate soll unabhängig davon, ob es ein Junge oder Mädchen wird, in jedem Fall Thronfolger werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde am Donnerstag vorgestellt. Die Regierung und die Staaten des Commonwealth, in denen die Queen Staatsoberhaupt ist, sind sich einig in dem Schritt, Mädchen gleichzubehandeln. Jetzt müssen nur noch Formalien erfüllt werden. Sobald die Tagesordnung des Parlaments es erlaube, werde man über die Gesetzesvorlage abstimmen, hieß es aus dem Kabinett.

Prinz William tritt ohne Kate auf

Prinz William ist unterdessen ohne seine schwangere Frau zur Londoner Premiere des Films „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ erschienen. Der 30-Jährige lief an der Seite von Kino-Managerin Tessa Street über den Teppich vor dem Filmtheater Odeon am Leicester Square. „Sie wäre sehr gerne hier gewesen“, sagte William und nahm eine Tasche mit „Hobbit“-Geschenken für Kate entgegen. Ebenfalls vor Ort waren die „Hobbit“-Darsteller Cate Blanchett, Martin Freeman, Ian McKellen sowie Regisseur Peter Jackson. Williams Frau Kate musste abermals einen Auftritt wegen schwerer Schwangerschaftsübelkeit absagen.