Medizin

Rätselraten um den Tod der Londoner Krankenschwester

Autopsieergebnis wird am Donnerstag veröffentlicht

Nach dem möglichen Selbstmord einer Londoner Krankenschwester nach einem Scherzanruf von zwei australischen Radiomoderatoren soll am Donnerstag das Ergebnis ihrer Autopsie bekannt gegeben werden. Die zuständige Gerichtsmedizinerin werde ihre Untersuchung bei einer Gerichtsanhörung vorlegen, sagte ein Polizeisprecher. Die Zeitung „Evening Standard“ und der Fernsehsender Sky News TV berichteten unterdessen, Jacintha Saldanha habe sich in ihrer Wohnung erhängt. Scotland Yard kommentierte die Meldungen nicht.

Laut der Zeitung hinterließ Saldanha ihrer Familie zudem einen Abschiedsbrief. Premierminister David Cameron hatte den Todesfall am Montag als „Selbstmord“ bezeichnet. „Ich war vollkommen schockiert, als ich von dem Suizid erfuhr“, sagte Cameron. Offiziell wird der Tod bis zur Bekanntgabe des Autopsieergebnisses als ungeklärt behandelt. Die Polizei geht bei den Ermittlungen allerdings nicht von verdächtigen Umständen aus.

Saldanha hatte am Mittwoch vergangener Woche einen Anruf beim König-Edward-VII.-Krankenhauses entgegengenommen. Am anderen Ende der Leitung gaben sich die Moderatoren des australischen Radiosenders 2DayFM, Mel Greig und Michael Christian, als Königin Elizabeth II. und Prinz Charles aus. Sie erkundigten sich nach dem Zustand der schwangeren britischen Herzogin Kate, die in dem Krankenhaus behandelt wurde. Saldanha stellte den Anruf zu einer Kollegin durch, die Auskunft gab. 2DayFM versprach inzwischen, die Hinterbliebenen mit mindestens 500.000 australischen Dollar (404.000 Euro) zu entschädigen.

Die Radiomoderatoren bedauerten ihren Scherzanruf unter Tränen. Die Vorstellung, dass sie zum Tod der Schwester beigetragen haben könnten, sei herzzerreißend, sagten sie in Fernsehinterviews. Sie seien aber nicht verantwortlich für die Veröffentlichung des Anrufs.