Gewalt

Amoklauf in US-Einkaufszentrum mit drei Toten

Wieder löst ein Blutbad in den USA Entsetzen aus. In Oregon feuert ein 22-Jähriger um sich

Die tödlichen Schüsse fielen in einem vollen Einkaufszentrum, mitten beim Weihnachtseinkauf: Ein Blutbad in einem Vorort von Portland im US-Bundesstaat Oregon kostete am Dienstag drei Menschen das Leben. Unter den Toten sei auch der mutmaßliche Schütze, sagte ein Polizeibeamter dem Sender CNN. Eine junge Frau liege mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Als Täter wurde ein 22-Jähriger identifiziert, der sich später das Leben nahm. Der Mann habe eine Maske und eine Weste im Militärstil getragen, hieß es. Über ein mögliches Motiv machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Sie habe plötzlich viele Schüsse gehört und dann gesehen, wie ein Mann am Eingang eines Kaufhauses auf eine Frau zielte und abdrückte, schilderte die 16-jährige Verkäuferin Alina Pazlenko der Zeitung „The Oregonian“. Danach habe er die Waffe auf sie gerichtet, aber daneben geschossen. Der Mann, der eine weiße Maske trug, sei mit erhobener Waffe langsam weitergelaufen, erzählte die Augenzeugin. Andere Passanten berichteten von chaotischen Szenen. Die Leute seien schreiend und weinend aus dem Gebäude gelaufen, als der Angreifer das Feuer eröffnet habe, sagte Kira Rowland dem Sender KGW-TV. Der Bewaffnete habe außer der Maske eine kugelsichere Weste und eine Art Tarnanzug getragen, sagte der Verkäufer Austin Patty. Als ob er sich ankündigen wolle, habe der Mann erklärt: „Ich bin der Schütze.“ Dann habe er mehrere Gewehrsalven abgefeuert.

„Ich hörte etwa 20 Schüsse, und alle haben sich sofort auf den Boden gelegt“, sagte eine andere Verkäuferin, Pam Moore. „Dann sind wir alle nur noch weggerannt.“ Noch Stunden nach der Tat suchte die Polizei das große Geschäftszentrum ab. Viele Menschen hatten sich versteckt und Schutz gesucht, als die Schüsse fielen. Die Polizei geht davon aus, dass der Amokläufer sich selbst das Leben genommen hat. Die Beamten hätten keine Schüsse abgegeben, sagte Polizeisprecher James Rhodes.

In diesem Jahr gab es in den USA zahlreiche Amokläufe. Im Oktober erschoss ein 45-jähriger Mann in einem Schönheitssalon im US-Staat Wisconsin drei Frauen, darunter seine Ehefrau. Danach brachte er sich selbst um. Im August tötete ein Ex-Soldat sechs Menschen in einem Sikh-Tempel in Wisconsin. Der Täter aus der rechten Szene wurde von einer Polizeikugel tödlich getroffen.

Bei einer „Batman“-Kinopremiere in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) starben im Juli zwölf Menschen im Kugelhagel des 24-jährigen Schützen James Holmes, 58 wurden verletzt. Mehrere Verletzte haben mittlerweile die Betreiber des Filmtheaters wegen gravierender Sicherheitsmängel verklagt. Nach Einschätzung seiner Anwälte ist der Angeklagte psychisch krank. Schon während der Anhörungen wirkte Holmes verwirrt und geistesabwesend. Im April starben bei einem Amoklauf eines ehemaligen Schülers an einem Privatcollege in Oakland sieben Menschen.