Tarifstreit

Hongkonger Flugbegleiter wollen nicht mehr lächeln

Der Top-Flugbegleiter ist perfekt gekleidet und frisiert, stets zuvorkommend und gut gelaunt.

Im Streit um höhere Gehälter kann sich das aber nun schlagartig ändern. Das beweist ausgerechnet der Fall der Hongkonger Airline Cathay Pacific. Ihre sonst für perfekten und beispielhaften Service berühmten Flugbegleiter drohen nämlich im Tarifstreit den Passagieren schlicht mit einem Entzug ihrer Freundlichkeit.

Passagiere, die in der nächsten Zeit planen, mit Cathay Pacific zu fliegen, sollten deshalb nicht allzu empfindlich sein. Denn die Flugbegleiter haben im Streit um eine Lohnerhöhung mit sturem Dienst nach Vorschrift gedroht: So sollen die Passagiere bald nicht nur ohne ein Lächeln bleiben, auch Alkohol werde möglicherweise bald nicht mehr serviert werden, sagte der Generalsekretär der Flugbegleiter-Gewerkschaft, Tsang Kwok-fung. Zusätzlich würden die Servicekräfte konsequent zu großes Gepäck ablehnen und damit möglicherweise den pünktlichen Abflug verzögern.

Für die Passagiere bedeuteten die Maßnahmen, dass sie „einen Fünf-Sterne-Preis bezahlen, um einen Drei-Sterne-Service zu bekommen“, sagte Tsang. Die Arbeitnehmer drohten zudem mit einem Vollstreik an Neujahr, falls das Unternehmen nicht an den Verhandlungstisch zurückkehre. Die Gewerkschaft fordert ein Lohnplus von fünf Prozent, die Fluggesellschaft hatte im vergangenen Monat jedoch lediglich zwei Prozent angekündigt. Cathay Pacific hatte in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von umgerechnet knapp 94 Millionen Euro eingefahren, was unter anderem mit hohen Kerosinpreisen begründet wurde.