Erfolg

Spanische Polizei befreit auch deutsche Jungen aus Pornoring

28 Männer festgenommen – Netzwerk mit Sitz in Kanada

Der spanischen Polizei ist ein Schlag gegen einen internationalen Kinderpornoring gelungen. Die Beamten befreiten 19 Jungen aus der Gewalt ihrer Peiniger und nahmen Dutzende Verdächtige fest. Unter den Kindern im Alter zwischen elf und 16 Jahren seien auch Deutsche, teilte die Polizei auf ihrer Website mit. Weitere Opfer stammten aus Rumänien und der Ukraine. Die Jungen seien sexuell missbraucht und dabei gefilmt worden. Teilweise seien sie mit Gewalt zu den Aufnahmen gezwungen worden, teilweise seien sie bezahlt worden, erklärte die Polizei am Sonnabend weiter.

Im Zuge der Operation „Schwert“ gegen den internationalen Kinderpornoring seien 28 Verdächtige festgenommen worden, hieß es. Gegen zehn weitere wurden demnach Ermittlungen eingeleitet. Die Polizeibehörde Interpol habe die spanischen Ermittler im April auf das Netzwerk mit Hauptsitz im kanadischen Toronto aufmerksam gemacht. Bei Razzien in mehreren Städten seien zahlreiche Computer, DVDs und Kameras beschlagnahmt worden. Die Aufnahmen von dem sexuellen Missbrauch seien über drei Internetseiten in insgesamt 94 Ländern vertrieben worden und hätten dem Netzwerk jährlich 1,6 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) eingebracht, erklärte die Polizei weiter.

Die spanische Zeitung „El País“ berichtete auf ihrer Website, zwei Verdächtige in Alicante hätten die Kinder missbraucht. Sie hätten die Jungen sogar Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen lassen. Haupttatort sei jedoch Madrid gewesen, wo die Verdächtigen die Kinder missbraucht und heimlich gefilmt hätten.

Die Verdächtigen stammen dem Bericht zufolge aus allen Altersklassen und gesellschaftlichen Schichten. Unter den Festgenommenen waren demnach ein Katechet, ein Veranstalter von kirchlichen Zeltlagern und ein Professor für Religionswissenschaft, der Leiter eines Fahrradklubs sowie zwei Sextouristen.