Unwetter

Großbritannien rüstet sich für neue Überschwemmungen

Mindestens zwei Menschen sterben in den Fluten. Premierminister Cameron schockiert

Durch den seit Tagen andauernden Starkregen sind in Großbritannien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und mehr als 800 Häuser überschwemmt worden. Premierminister David Cameron zeigte sich am Montag „schockiert“ über die Ausmaße des Unwetters und kündigte Hilfe für die Betroffenen an. Einige Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten, eine Besserung des Wetters war nicht in Sicht. Die Unwetterfront sollte im Laufe des Montags über den Norden von England und Wales ziehen. Auch Schottland sollte betroffen sein, so der Wetterdienst.

Nach Angaben der britischen Umweltbehörde wurden seit Beginn des Unwetters am Mittwoch vergangener Woche insgesamt 816 Häuser in England und Wales überflutet. Mindestens zwei Menschen starben: Eine Frau wurde in Exeter in der Grafschaft Devon von einem Baum erschlagen, in der Grafschaft Somerset starb ein Mann, der in seinem Auto vom Hochwasser überrascht wurde.

Im Dorf Millbrook in Cornwall stand das Hochwasser zum Teil bis zu anderthalb Meter hoch, wie ein dort lebender Reporter der Rundfunkanstalt BBC berichtete. 40 Häuser seien dort evakuiert worden, nachdem am Sonnabend das schlammige Hochwasser in die Straßen geströmt war. Weil die Polizei überschwemmte Straßen sperrte, waren in Cornwall und in Devon viele Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden rechneten mit weiteren Regenfällen.

Gastwirt Tom Hudson aus Wiltshire sagte, durch die Tür seines Pubs sei bereits Wasser eingetreten. Er habe sich einige Sandsäcke aufgehoben, um für die angekündigten weiteren Regenfälle gewappnet zu sein. Dies sei das schlimmste Hochwasser, das er in 14 Jahren erlebt habe. Eine 21-jährige Frau war am Sonnabend tödlich verletzt worden, als eine große Fichte auf ihr Zelt in der Stadt Exeter fiel, teilte die Polizei mit. In Cambridgeshire war ein Mann mit seinem Auto in einen Fluss geraten. Er konnte noch aus dem Wasser gezogen werden, starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus.

Im Laufe des Montagnachmittags wurden erneut zahlreiche Straßen gesperrt. Im Bahnverkehr gab es Verspätungen und Zugausfälle. Laut Wettervorhersage dauert das Risiko bis zum späten Dienstagabend an. Umweltminister Owen Paterson rief die Menschen auf, sich stets auf dem neuesten Stand der Flutwarnungen zu halten, um „schreckliche Tragödien“ zu vermeiden. Am Montagnachmittag gab es rund 500 Warnungen.