Kriminalität

Wiener „Eisprinzessin“ wegen Doppelmordes verurteilt

34-Jährige gibt zu, zwei Lebensgefährten umgebracht zu haben

Die Geschichte der so schönen wie kaltblütigen Wiener Doppelmörderin toppt jede Krimiserie: Ein unerfüllter Kinderwunsch und unglückliche Beziehungen ließen der zierlichen 34-Jährigen nach eigener Aussage keine andere Wahl, als zwei Ex-Partner umzubringen. Am Donnerstag wurde die Besitzerin eines Eissalons nun wegen Doppelmordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihr Blick war während der Prozesstage starr, die dünnen Beine wackelten unruhig unter ihrem Stuhl und das graue, eng anliegende Etuikleid hat sie an allen vier Verhandlungstagen vor Gericht an: Die „Eisprinzessin“, wie sie in Österreich auch genannt wird, verhielt sich ganz und gar nicht wie eine Doppelmörderin. Immer wieder bricht die Frau mit der spanisch-mexikanischen Doppelstaatsbürgerschaft in Tränen aus. Sie scheint abwesend, ist blass und gibt an, Beruhigungsmittel zu nehmen. Die Staatsanwältin Petra Freh warnte die Geschworenen vor der „brandgefährlichen“ Frau mit den zwei Gesichtern: „Sie ist eine tickende Zeitbombe.“

2008 war ihr deutscher Ex-Mann, mit dem sie zuvor in Berlin lebte, ihr erstes Opfer: Weil der 130-Kilo-Mann nicht aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen wollte, schoss sie ihm von hinten mehrfach in den Kopf, sagte sie vor Gericht. Danach versuchte sie zuerst die Leiche anzuzünden, bevor sie diese mit einer Motorsäge zerstückelte und in ihrem Keller einbetonierte. Zwei Jahre später ging sie bei ihrem damaligen Lebensgefährten ähnlich vor – sie hatte bereits Beton und eine neue Kettensäge vorbereitet: Er sollte wegen angeblicher Untreue sterben. Bereits bei ihrem ersten Freund hatte sie konkrete Mordfantasien, weil er kein Kind wollte, erzählte sie.

Die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner hielt die geständige Frau für voll zurechnungsfähig. Die Gutachterin attestierte ihr aber eine gravierende Persönlichkeitsstörung. Auch die Rückfallgefahr sei hoch, betroffen davon wären „hauptsächlich Partner, aber auch sämtliche missliebigen Anderen“. Sie hätte nie gelernt, sich von einem Partner zu trennen. Da blieb ein Mord die einzige Möglichkeit für sie.

Trotzdem heiratete der aktuelle Lebensgefährte die Eissalon-Besitzerin im März, als sie bereits fast ein Jahr lang in Untersuchungshaft saß. Kurz zuvor bekam sie ihr langersehntes erstes Kind, das ihr nach der Geburt sofort von den Behörden abgenommen wurde. Der Sohn lebt nun bei ihren Eltern in Spanien. Um ihren Traum nach einer eigenen Familie trotz der Verurteilung nicht ganz abschreiben zu müssen, würde sie ihre Strafe gerne in Barcelona verbüßen, sagte die Frau. Dort könnte sie ihren Sohn öfter sehen. Einen Anspruch darauf hat sie nicht.