Fehler

Sandy Island – eine Insel, die es nur auf Karten gibt

Das Eiland vor Australien existiert nicht wirklich

Auf etlichen Landkarten hat sich offenbar ein Fehler eingeschlichen: Karten der populären Dienste Google Maps und Google Earth sowie mehrere Atlanten verzeichnen eine Insel namens Sandy Island östlich von Australien – bloß existiert diese nicht, wie eine Forschungsexpedition nach Angaben vom Donnerstag herausgefunden hat.

Entdeckt wurde der Fehler von der Forscherin Maria Seton von der Universität Sydney. Als sie nahe der vermeintlichen Insel die Erdkruste untersuchte, stellte sie nach eigenen Angaben eine Wassertiefe von 1400 Metern fest – für die Umgebung einer Landmasse ungewöhnlich tief. „Wir sind wirklich verblüfft“, sagte Seton. „Es ist ziemlich merkwürdig.“ Sie und ihre Kollegen wollten nun herausfinden, wie die Insel auf die Karten kommen konnte. Sandy Island, das etwa auf halber Strecke zwischen der australischen Küste und der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien liegt, ist auch auf Wetterkarten verzeichnet, die auf Setons Expeditionsschiff Southern Surveyor genutzt werden. Nach Aussagen von Internetnutzern gibt es die Insel zudem auf weiteren Online-Kartendiensten. Im Times Atlas of the World heißt die Phantom-Insel offenbar Sable Island. In sozialen Internet-Netzwerken wurde spekuliert, dass es sich bei der Einzeichnung der Insel um eine bewusste Manipulation handelt, mit der Kopien einer Karte erkannt werden können. Andere wiederum vermuten, dass es sich bei der Phantominsel um einen Fehler handelt, den der französische Seekartendienst bereits 1979 feststellte. Ein Google-Sprecher sagte, das Unternehmen sei dankbar für jeden Hinweis auf mögliche Fehler auf seinen Karten. Es prüfe regelmäßig neue Informationen von Nutzern und Behörden. Der Südpazifik ist bekannt für seine Scheininseln. Noch immer ist umstritten ob die in vielen Atlanten eingetragenen Riffe Ernest-Legouvé und Maria Theresia überhaupt existieren.