Gendarmenmarkt

Schönster Weihnachtsmarkt steht in Berlin

Gendarmenmarkt laut Studie ganz vorne – auch in puncto Unfreundlichkeit

Berlins Liebhaber von Glühwein, gebrannten Mandeln und durch Lautsprecher eingespielte Engelschöre haben gleich doppelten Grund zur Freude: Nur noch eine Woche, dann öffnen in der Hauptstadt wieder die Weihnachtsmärkte. Und: Der schönste Weihnachtsmarkt Deutschlands wird dann auch dabei sein. Mehr als 5000 Weihnachtsmarktbesucher wählten die Zeltstadt auf dem Gendarmenmarkt zum Spitzenreiter, wie eine von Studenten der FH Südwestfalen in Hagen durchgeführte Befragung ergab. In Sachen Erlebnis und Angebot liegt der Weihnachtsmarkt damit bundesweit ganz vorn. Allerdings wird die festliche Stimmung getrübt: Die Befragten kürten ihn auch zu dem Markt mit dem unfreundlichsten Personal.

Ansonsten wurden vor allem die Weihnachtsmärkte in Süddeutschland hoch bewertet. Die festlichsten Märkte gibt es nach der Studie in Städten wie Wiesbaden, Mainz, Heidelberg und Karlsruhe. Die Studenten hatten an zwei Adventswochenenden im vergangenen Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum Weihnachtsmarktbesucher nach dem Zufallsprinzip befragt. Dabei durften mehrere Märkte genannt werden, insgesamt kamen 13.000 Bewertungen zusammen.

„Am bekanntesten sind zwar die Märkte in München, Nürnberg, Stuttgart, Hamburg und Köln, doch zu den Spitzenreitern in Sachen Weihnachtlichkeit und Gemütlichkeit gehören sie nicht“, sagte Studienleiter Professor Gunther Bamler zu der Untersuchung. Laut Bamler werden Veranstaltungen auf Plätzen mit geschlossener Bebauung als gemütlicher empfunden. „Wenn dann noch ein festlich beleuchteter Dom oder ein Rathaus dabei ist, ist es perfekt.“ Auch der Aufbau der Buden sei wichtig. „Wenn die Budengasse zu breit ist, kommt keine Stimmung auf.“ Zu eng könne es hingegen – abgesehen von Sicherheitsaspekten – nicht sein.

„Zwischen 20 und 30 Euro gibt der durchschnittliche Besucher auf dem Weihnachtsmarkt aus“, sagt Bamler. Doch es gebe auch Ausreißer: In Dortmund werden durchschnittlich nur knapp elf Euro ausgegeben. Dafür könnten die umliegenden Geschäfte aber noch mit fast 100 Euro Umsatz pro Weihnachtsmarkt-Besucher rechnen.

Beim Weihnachtsmarkt-Besuch schauen die Bundesbürger offenbar nicht so genau aufs Geld, sagte Bamler. Denn die Preisgestaltung hat wenig damit zu tun, ob die Befragten einen Markt erneut besuchen. „Die Leute kommen gerne wieder, wenn das Angebot stimmt und das Weihnachtserlebnis nicht langweilig ist.“

Am freundlichsten bedient fühlten sich die Besucher übrigens in Gelsenkirchen, Zwickau und Konstanz. Allerdings wählten die Befragten den Markt in Gelsenkirchen auch zum kommerziellsten und langweiligsten Markt.