Verkehrsunfall

49 Kinder kommen bei Busunfall in Ägypten ums Leben

Auf dem Weg zum Kindergarten sind in Ägypten mindestens 49 Kinder ums Leben gekommen, als ein Zug ihren Bus rammte.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, nach dem Unglück vom Sonnabend seien weitere Kinder in Krankenhäuser gebracht worden. Einige hätten bei dem Unfall Gliedmaßen verloren. Die Opfer waren zwischen vier und sechs Jahre alt. Der Verkehrsminister trat zurück.

Der Bus war mit mehr als 50 Kindern unterwegs, als er im Süden des Landes in der Provinz Assiut einen Bahnübergang passierte. Die Schranken seien nicht geschlossen gewesen, sagte ein Gewährsmann bei den Sicherheitskräften. Ein Augenzeuge erklärte, der Zug habe den Bus fast einen Kilometer über die Schienen geschoben. Eltern von Vermissten suchten nach Hinweisen auf ihre Kinder. Entlang der Strecke lagen Bücher, Schultaschen und Kleidungsstücke verstreut.

Verkehrsminister Mohammed al-Meteeni erklärte wegen des Unglücks seinen Rücktritt. Präsident Mohammed Mursi sagte in einer Fernsehansprache, er habe eine Untersuchung angeordnet. „Die Verantwortlichen für diesen Unfall werden zur Rechenschaft gezogen“, versprach er.

Im ägyptischen Bahnverkehr kommt es häufig zu Unglücken, die auf schlechte Ausrüstung und fehlerhaftes Management zurückgeführt werden. Mursis Vorgänger Husni Mubarak wählte ranghohe Beamte nicht nach ihren Fähigkeiten, sondern nach ihrer Loyalität aus. Hinzu kam die weitverbreitete Korruption, die bis heute die finanzielle Ausstattung der Regierungsverwaltung hemmt. Das bisher schwerste Unglück ereignete sich im Februar 2002, als ein Zug in Brand geriet und 363 Menschen getötet wurden.

Bewohner der Provinz Assiut kritisierten, nach dem Unglück habe es nicht genügend Rettungswagen gegeben und diese seien auch mangelhaft ausgestattet. Ein Dorfbewohner, Scheik Mohammed Hassan, sagte, die Regierung solle sich auf Probleme im eigenen Land konzentrieren statt auf die Gewalt im benachbarten Gazastreifen. „Das Blut der Menschen in Assiut ist wichtiger als Gaza.“