Pädophilen-Skandal

BBC entschädigt britischen Politiker nach Falschmeldung

Weiterer Verdächtiger im Pädophilen-Skandal

Nach einem falschen BBC-Bericht über die angebliche Verwicklung eines Politikers in Kindesmissbrauch zahlt der Sender dem zu Unrecht Beschuldigten eine Entschädigung. Der Tory-Politiker Alistair McAlpine erhalte 185.000 Pfund (229.000 Euro), meldete die Sendeanstalt. Die „umfangreiche“ Zahlung sei der „Schwere der Vorwürfe“ geschuldet, die fälschlicherweise erhoben worden seien. Zudem soll vor Gericht eine Erklärung verlesen werden, mit der sich die BBC bei McAlpine, der zur Zeit von Premierministerin Margaret Thatcher Schatzmeister der Tories war, entschuldigen will. McAlpine hatte eine Verleumdungsklage eingereicht.

McAlpine begrüßte die „schnelle und frühe Einigung mit der BBC“. Er wolle jetzt auch eine Einigung mit weiteren Organisationen erzielen, „die verleumderische Äußerungen“ über ihn veröffentlicht hätten, sowie mit Einzelpersonen, die den Kurznachrichtendienst Twitter zur Verbreitung genutzt hätten.

Den falschen Bericht hatte das BBC-Flaggschiff „Newsnight“ gesendet. Obwohl der Täter nicht namentlich genannt wurde, kursierte kurz darauf im Internet das Gerücht, es handele sich um McAlpine. Der in der Sendung als Zeuge aufgetretene Steve M. sagte später, McAlpine sei nicht der Täter gewesen.

Schon zuvor war die BBC in eine weitere Missbrauchsaffäre verwickelt. Dabei geht es um ihren einstigen Starmoderator Savile, der jahrelang Kinder missbraucht haben soll. Savile starb 2011 im Alter von 84 Jahren. „Newsnight“ wird vorgeworfen, Hinweise zum Fall Savile zurückgehalten zu haben. Zudem gibt es Vorwürfe, dass Savile von BBC-Mitarbeitern jahrelang gedeckt wurde. In der Affäre gab es eine vierte Festnahme. Bei dem Verdächtigen handele es sich um Saviles BBC-Kollegen, den ehemaligen Radio-DJ Dave Lee Travis (67), berichteten britische Medien. Er kam gegen Kaution wieder frei.