Naturkatastrophe

Erdbeben in Birma: Neun Tote und zerstörte Häuser

Ein starkes Erdbeben hat in Birma die auch bei Touristen sehr beliebte Stadt Mandalay erschüttert.

Das Beben war bis in die thailändische Hauptstadt Bangkok zu spüren. Nahe des Epizentrums 117 Kilometer nördlich von Mandalay kamen mindestens neun Menschen ums Leben, sagte der Direktor für Katastrophenhilfe im Wohlfahrtsministerium am Abend. Fünf würden vermisst, 57 seien verletzt worden. Unter den Opfern seien keine Touristen, teilte die Polizei mit. In Mandalay hielten sich die Schäden nach ersten Angaben in Grenzen. Mehrere Hotels meldeten keinerlei Probleme. Die Gäste seien wie sonst zu Ausflügen aufgebrochen. Die US-Erdbebenwarte stufte das Beben vom Morgen später auf eine Stärke von 6,8 hoch. Es gab viele Nachbeben.

In der Region Kanbalu nahe des Epizentrums stürzten nach Polizeiangaben mehrere Pagoden ein. 20 Häuser wurden zerstört. Klöster, ein Krankenhausgebäude und eine Schule wurden stark beschädigt. In der Region Shwebo brachen nach einer ersten Schadensaufstellung der Behörden zahlreiche Mauern ein. Eine Brücke über den Fluss Irrawaddy stürzte teilweise ein. Zwei Menschen, die sich gerade auf der Brücke befanden, kamen ums Leben. Fünf Bauarbeiter fielen in den Fluss. Ein Betonträger der Brücke fiel ins Wasser und versenkte ein Boot. In Shwebo selbst wurden zwei Einwohner von Mauern erschlagen.

Mandalay ist die zweitgrößte Stadt Birmas mit rund einer Million Einwohnern. Die frühere Hauptstadt mit einem alten Palastbezirk in der Innenstadt und zahlreichen Klöstern ist ein Touristenmagnet. Beben in der Region resultieren nach Angaben der US-Erdbebenwarte aus Kollisionen zwischen der indischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Zwischen 1930 und 1956 seien in der Region sechs Beben mit Stärken über 7,0 und schweren Schäden sowie mindestens 610 Todesopfern passiert. Im März 2011 kamen in Birma bei einem Beben der Stärke 6,8 nahe der thailändischen Grenze mehrere Dutzend Menschen ums Leben.