Erdbeben

Wieder bebt Italiens Erde

Ein Erdstoß der Stärke 5 erschüttert das Land. Betroffene verbringen die Nacht auf der Straße

Ein Erdbeben der Stärke 5,0 hat in der Nacht zum Freitag Teile Süditaliens erschüttert, Panik ausgelöst und Schäden an zahlreichen Gebäuden angerichtet. Ein 84 Jahre alter Mann starb in der Aufregung an einem Herzinfarkt. Ansonsten wurde niemand schwer verletzt. Es gab Dutzende von Nachbeben, sodass die Menschen in der Region auch tagsüber noch Schäden befürchteten.

Das Hospital von Mormanno wurde evakuiert. In diesem kleinen Ort, der nur wenige Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt liegt, beschädigte der Erdstoß Gebäude im historischen Kern, vor allem die Kathedrale. Menschen liefen dort aus Angst vor weiteren Beben ins Freie und verbrachten die Nacht draußen. „Es war fürchterlich. Wir haben Momente wirklicher Panik durchgemacht“, sagte eine Frau.

Am vergangenen Montag waren dreieinhalb Jahre nach dem schweren Beben in den Abruzzen sieben Experten in L’Aquila wegen ungenügender Warnung vor Erdstößen zu jeweils sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil der ersten Instanz hatte einen internationalen Sturm der Entrüstung ausgelöst. 309 Menschen waren bei dem Erdbeben in der mittelitalienischen Region rund um L’Aquila am 6.April 2009 ums Leben gekommen. Zehntausende konnten nicht mehr in ihre zerstörten Häuser zurück.

Immer wieder erschüttern folgenschwere Erdbeben Italien. Zuletzt kamen bei zwei Beben der Stärke6 und 5,9 im Mai in der norditalienischen Emilia-Romagna 27 Menschen ums Leben.