Kriminalität

82-jährige Rentnerin schlägt Bankräuber in die Flucht

Eine 82-jährige Österreicherin hat einem bewaffneten Bankräuber die Maske vom Kopf gerissen, die Beute abgenommen – und den Mann so in die Flucht geschlagen.

„Die Szene war kabarettreif“, sagte ein Polizeisprecher. Eigentlich habe sich die resolute Rentnerin jedoch bei dem Banküberfall am Montag im kleinen Ort St. Egyden am Steinfeld in Niederösterreich falsch verhalten: „Der Typ war alles andere als ungefährlich.“

Sie habe generell keine Angst, sagte die Rentnerin der Zeitung „Österreich“: „Schon gar nicht vor Männern.“ Dass der zigfach vorbestrafte Täter, der die Bank ausrauben wollte, nur eine Gaspistole dabeihatte, habe sie erst später erfahren.

Polizei und Heldin schildern die Szene so: Hertha W. steht als Kundin am Schalter der Bank, um ihre Sterbeversicherung einzuzahlen, als ein maskierter Mann hereinstürmt. Mit vorgehaltener Pistole fordert er Geld. „Ich habe mir gedacht, dass kann doch nicht sein. Dann habe ich mich von hinten angeschlichen und ihm einfach die Maske heruntergerissen“, sagte die 82-Jährige dem österreichischen „Kurier“. Als der Mann sie anschreit, schlägt Hertha W. erneut zu: Sie habe die Maske über den Schalter geworfen, damit er sie nicht mehr aufsetzen könne. Auch die von einer Bankangestellten ausgehändigte Tüte mit dem Geld schnappt sich die Österreicherin: „Das Geld gehört der Bank.“

Der Kriminelle ergriff daraufhin resigniert die Flucht und wurde wenig später von der Polizei festgenommen. Entrüstet zeigte sich Hertha W. über die anderen Männer in der Bank, außer ihr habe niemand einen Finger gerührt: „Vielleicht schau ich auch zu viele Krimis im Fernsehen.“