Mord auf Mallorca: Deutscher muss in Untersuchungshaft

Er soll seine Frau erschlagen und vergraben haben

Ein Deutscher, der seine Lebensgefährtin auf Mallorca umgebracht haben soll, sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Eine Richterin in der Stadt Manacor im Nordosten der Baleareninsel habe das angeordnet, wie die Zeitung „Mallorca Diario“ unter Berufung auf den Obersten Gerichtshof in Palma berichtete. Der 62-Jährige habe von seinem Recht Gebrauch gemacht, nicht auszusagen.

Der Beschuldigte war am Mittwoch in seinem Wohnort festgenommen worden, wies die Vorwürfe jedoch von sich. Er soll angegeben haben, er habe seine Frau tot in der Wohnung gefunden. Dann habe er sich entschlossen, den Körper zu vergraben, weil er befürchtete, dass die Behörden ihn eines Verbrechens beschuldigen würden.

Die spanische Polizei (Guardia Civil) glaubt ihm diese Geschichte allerdings nicht. Nach unbestätigten spanischen Medienberichten wollten sich die Eheleute scheiden lassen. Der Polizei zeigte er die genaue Stelle, wo er die Tote verscharrt hatte. Eine Obduktion ergab, dass seine vier Jahre ältere Lebensgefährtin einen Schädelbruch erlitt.

Eine in Kanada lebende Tochter der Frau hatte ihre Mutter Ende September über einen Anwalt bei der Guardia Civil auf Mallorca als vermisst gemeldet. Sie hatte seit Mitte August nichts mehr von ihr gehört. Der Ehemann sagte den Ermittlern zunächst, seine Frau sei mit Freundinnen verreist und noch nicht heimgekehrt. Als die Polizei den Deutschen in seiner Wohnung zum zweiten Mal verhören wollte, war der Mann verschwunden. Nach einer kurzen Suchaktion wurde er jedoch verhaftet.

Die Einwohner Canyamels, einem Bade- und Urlaubsort an der Nordostküste Mallorcas, sind erschüttert. In dem Dorf leben viele Deutsche, die eine Wohnung gekauft haben oder ein paar Monate auf der Insel bleiben. Jüngsten Schätzungen zufolge haben rund 30.000 Deutsche einen Wohnsitz auf der Baleareninsel.