Epedemie

Tod statt Hilfe: Meningitis in den USA weitet sich aus

14 Menschen sterben durch verunreinigtes Medikament

Die Meningitis-Welle in den USA breitet sich immer weiter aus. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) in Atlanta meldete am Donnerstag zwei weitere Tote. Damit fielen der durch ein verunreinigtes Medikament ausgelösten Hirnhautentzündung mittlerweile 14 Menschen zum Opfer. Die Zahl der Erkrankten stieg deutlich von 137 auf 170.

Mit Idaho ist mittlerweile ein elfter Staat betroffen. Der Bundesstaat im Nordwesten der USA liegt weit von den anderen Krankheitsherden entfernt. Bislang wurden die Fälle vor allem an der Ostküste der USA registriert. Das liegt daran, dass das verunreinigte Schmerzmittel von einem Unternehmen aus Massachusetts im Nordosten der USA stammt. Die meisten Fälle gibt es nach wie vor in Tennessee.

Das Schmerzmittel, um das es sich handelt, ist ein Steroid. „Ein Unternehmen in Boston hat es an 75 Einrichtungen in 23 Staaten geliefert“, sagt Curtis Allen von der CDC. Spuren zweier Pilze haben seine Kollegen inzwischen bei Patienten nachgewiesen. „Mehr als 30.000 Menschen haben die Arznei bekommen. Und es kann jeden treffen.“ Muss es aber nicht, sagt William Schaffner von der Vanderbilt-Universität in Nashville. „Von 100 Patienten, die das verunreinigte Mittel bekommen haben, werden weniger als fünf tatsächlich krank“, sagt der Professor und Meningitis-Experte. „Aber wir können die Dimension dieses Problems gar nicht hoch genug einschätzen“, warnt Schaffner. „Denn die Mortalität liegt bei etwa zehn Prozent.“

Wenn das zutrifft, müssten die USA bei 36.000 Menschen, die das Mittel bekommen haben, mit fast 200 Toten rechnen. Früh behandelt sind die Heilungschancen zwar gut, aber die von den Pilzen verursachte Hirnhautentzündung ist heimtückisch und tarnt sich mit Fieber und Unwohlsein wie eine Erkältung oder Grippe. Später kommen Lähmungen dazu, die an einen Schlaganfall erinnern.