Musik

Vergewaltigende Soldaten – Protest gegen Witt-Video

Der Bundeswehrverband wirft dem Musiker Joachim Witt (63) vor, in einem Musikvideo deutsche Soldaten zu verunglimpfen.

„Ausgerechnet diejenigen, die seit Jahren ihren Kopf für dieses Land hinhalten …, werden hier mit brutalen Gewaltverbrechern gleichgestellt“, erklärte Verbandschef Ulrich Kirsch. Er rief dazu auf, auf Witts Facebook-Seite Unmut zu äußern. Das Video zum Lied „Gloria“ zeigt Soldaten in Bundeswehruniform, die eine Frau vergewaltigen. „Bei aller künstlerischen Gestaltungsfreiheit: Das Video verunglimpft deutsche Soldaten in geschmackloser Weise“, so Kirsch.

Witt reagierte bei Facebook auf den Protestaufruf: „Bei dem Video zu GLORIA handelt es sich unmissverständlich um eine Kunstform! Wir zeichnen in großen und anspruchsvollen Bildern ein apokalyptisches Horrorszenario! Die Soldaten in diesem Video sind austauschbar! Wenn sich jemand, und das tun augenscheinlich viele, aufgrund des dargestellten Hoheitszeichens auf den Uniformen angegriffen oder gar beleidigt fühlt, entschuldige ich mich dafür!“ Als ehemaliges Mitglied des Bundesgrenzschutzes respektiere Witt die Arbeit der Bundeswehr.

Bei Facebook löste Witts Entschuldigung eine heftige Debatte aus, mehr als 1300 Nutzer kommentierten den Beitrag des Musikers. Mehr als 800 Mal wurde aber auch „Gefällt mir“ gedrückt. Joachim Witt, in den 1980er-Jahren mit „Goldener Reiter“ bekannt geworden, feierte Ende der 90er-Jahre mit „Die Flut“ sein Comeback. Die Mitte September veröffentlichte Single „Gloria“ bezeichnet Witt als „dritten Meilenstein“ seiner Karriere. Die drei genannten Lieder spiegelten sein Leben wider.