Gewalt

Ermittlungsverfahren nach Doppelmord in Grenoble eingeleitet

Eine Woche nach der Hetzjagd in einem Vorort von Grenoble, bei der am vergangenen Freitag zwei junge Männer von einem Mob von mindestens 15 Leuten brutal getötet wurden, steht die Polizei vor erheblichen Schwierigkeiten bei der Ermittlung der Täter.

Im Laufe der Woche sind mehr als ein Dutzend junge Männer aus dem als „sensiblen Quartier“ bekannten Viertel Villeneuve vorübergehend festgenommen worden. Sie sollen an der „Strafexpedition“ gegen Kevin Noubissi und Sofiane Tabirt beteiligt gewesen sein. Ein dreizehnter, der polizeilich gesucht wurde, stellte sich am Dienstag in einer Polizeiwache im Departement Val-de-Marne bei Paris. Vier wurden mittlerweile wieder freigelassen. Zwei weitere Verdächtige, welche die Polizei als „extrem gewaltbereit“ einstuft, sind noch auf der Flucht. Am Donnerstag befanden sich noch sieben Personen wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags in Untersuchungshaft.

Der genaue Tathergang ist weiterhin ebenso unklar wie das Motiv der bestialischen Gewalttat. Der Student Kevin Noubissi (21) wurde mit mindestens acht, der Erzieher Sofiane Tabirt (21) mit 30 Messerstichen, Hammerschlägen und Knüppelhieben getötet. Nach Berichten von Zeugen und Anwohnern soll ein scheinbar läppischer „Was guckst du so?“-Moment in der Vorstadt von Grenoble die Gewaltorgie ausgelöst haben. Die grauenhafte Tat hat in Frankreich die Diskussion über die soziale Lage und die Sicherheit in den Vorstädten wieder aufflammen lassen. Frankreichs Präsident François Hollande und Innenminister Manuel Valls hatten am Dienstag überraschend die Angehörigen der beiden Opfer besucht.