Gesundheit

In Bochum eröffnet die erste Ambulanz für Internetsüchtige

Onlinespielsüchtige können seit Montag in der ersten Spezialambulanz an einer NRW-Universitätsklinik psychotherapeutische Hilfe bekommen.

Deutschlandweit gelten 550.000 Menschen als abhängig von Onlinespielen, Cybersex und Sozialen Netzwerken. Doch Hilfe für Betroffene sei im Ruhrgebiet nach wie vor rar, sagte Bert te Wildt, Leiter der neuen Medienambulanz an der Bochumer Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums. Bundesweit gibt es ähnliche Einrichtungen in Berlin, Hamburg, Köln oder Hannover. Mit regelmäßigen Sprechstunden und einem gruppentherapeutischen Angebot sollten den Patienten „jenseits der virtuellen Welt Wege in ein erfülltes Leben in der konkreten Realität“ aufgezeigt werden, sagte te Wildt bei der Vorstellung des neuen Angebots. Die Behandlung beruht unter anderem auf dem Auslöschen des Reizes: Es wird bewusst eine Situation herbeigeführt, die die Internetsucht weckt; dann müssen die Patienten aber dem Drang widerstehen, bis der Reiz nachlässt.

Internetabhängigkeit ist bisher nicht von der Weltgesundheitsorganisation als Verhaltenssucht anerkannt. Darauf drängen Experten wie te Wildt. Dass Computer-Rollenspiele mit massenhaft online-vernetzten Teilnehmern abhängig machen können, sei inzwischen belegt.

( dpa )