Kriminalität

Der letzte große Drogenboss Kolumbiens gefasst

Daniel „El Loco“ Barrera wurde monatelang überwacht

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat die Festnahme des letzten großen Drogenbarons des Landes bekannt gegeben. „Der letzte der großen Bosse ist gefallen“, sagte Santos am Dienstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Daniel „El Loco“ Barrera sei nach monatelangen Ermittlungen in der venezolanischen Stadt San Cristóbal gefasst worden. In den vergangenen 20 Jahren habe er in einer Allianz mit paramilitärischen Gruppen und der linken Farc-Guerilla jede Art von Verbrechen begangen. Unterstützung bei der Festnahme leisteten demnach der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA und die britische Abteilung MI6.

Der kolumbianische Polizeichef José Roberto Leon sagte, der 50-jährige Barrera habe bei seiner Festnahme im Nachbarstaat keinen Widerstand geleistet. Er rechne damit, dass Venezuela Barrera ausliefern werde. Barrera war einer der meistgesuchten Männer Kolumbiens. 2011 setzten die Behörden eine Belohnung von 2,7 Millionen Dollar für Hinweise auf seinen Aufenthaltsort aus. Ob Hinweise zu seiner Festnahme eingingen, wollten die Behörden nicht sagen.

Barrera soll insgesamt mehr als 900 Tonnen Kokain in die USA und nach Europa verbracht haben. Aus US-Behördenkreisen verlautete, Barreras Bande versorge das mexikanische Sinaloa-Kartell mit Kokain, das die Droge dann weiter in die USA schmuggelt. Es ist die dritte Festnahme eines Drogenbosses innerhalb eines Jahres. Im Juni nahm die Polizei in Venezuela den 41-jährigen Diego Perez Henao fest. Er wurde nach wenigen Wochen nach Kolumbien ausgeliefert. Im November ging der 39-jährige Maximilian Bonilla Orozco in Venezuela ins Netz, er wurde im Dezember direkt an die USA ausgeliefert.

Kolumbien ist der größte Kokainproduzent weltweit. Im Jahr 2011 wurden in dem Land nach UN-Schätzungen 345 Tonnen des Rauschgifts hergestellt.