Sensation

Eltern retten Sohn – Lebendtransplantation der Lunge geglückt

Der Fall ist in Deutschland einmalig: In Hannover hat ein Elternpaar aus dem Sauerland seinem kranken Sohn Lungenteile gespendet und ihm damit das Leben gerettet.

Eine medizinische Besonderheit, die einen nicht kaltlässt. Schmerzen und Risiko des Eingriffs haben die Eltern nicht eine Sekunde zweifeln lassen. „Die Entscheidung war für uns sofort klar“, berichtete die Mutter des heute Zwölfjährigen in der Medizinischen Hochschule (MHH) Hannover. Dort war die mehrstündige Operation im April erfolgreich vorgenommen worden, 15 Chirurgen waren beteiligt.

Es handelt sich laut MHH um die deutschlandweit erste Lungen-Lebendtransplantation von zwei Spendern. Der Junge leidet an Mukoviszidose, einer Stoffwechselkrankheit, bei der zähe Körperflüssigkeiten die Organe verkleben.

Die Transplantation war laut MHH notwendig, weil nicht ausreichend Spenderlungen von Toten zur Verfügung stehen. „Bei Mukoviszidose muss immer beidseitig transplantiert werden“, erklärte Gregor Warnecke, der den MHH-Transplantationsbereich für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie leitet. Einem gesunden Menschen werde nur einer von fünf Lungenlappen entnommen, um ihn nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Daher müssten für einen Empfänger stets zwei Spender mit passenden Blutgruppen gefunden werden.

Außerhalb Deutschlands werden häufiger Lungen von lebenden Spendern transplantiert, insbesondere in Japan und Südkorea. Aufgrund der religiösen Kultur ist es dort nämlich nicht üblich, nach dem Tod Organe zur Weiterverwendung zur Verfügung zu stellen.