Darwineum

Die Evolution kommt nach Rostock

Im Zoo eröffnet das Darwineum - ein Affenhaus, in dem die Entwicklung des Menschen erklärt wird

- Nach mehr als zehn Jahren Planung und 15 Monaten Bauzeit wurde am Freitag im Rostocker Zoo das neue Menschenaffenhaus, das Darwineum, eröffnet. Mit dabei war der britische Anthropologe Felix Padel, ein Ururenkel des Evolutionsforschers Charles Darwin (1809-1882). Der 56-Jährige sei extra aus Indien angereist, wo er nach Angaben des Zoos als Urwaldforscher tätig ist.

Das knapp 29 Millionen Euro teure Darwineum ist die neue Heimat von Gorillas und Orang-Utans sowie der Kattas. Ihnen stehen 14.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, davon sind 10.000 Quadratmeter Außengehege. Bislang mussten die hochintelligenten Tiere auf 200 Quadratmetern in einem knapp 60 Jahre alten und heruntergekommenen Käfighaus leben. Neben den Menschenaffen werden rund 40 Tierarten ihre Heimat im Darwineum finden, darunter Nashornleguane, Galapagos- Riesenschildkröten und Zwergseidenäffchen.

Die vergleichsweise guten Bedingungen im Darwineum können nach Ansicht der Giordano-Bruno-Stiftung nicht die Problematik der Haltung dieser hochintelligenten Tiere wettmachen. "Sie sind Lebewesen, die sich genetisch und in geistigen, emotionalen und kommunikativen Fähigkeiten nur wenig von uns unterscheiden. Der größte Unterschied zwischen Schimpansen und Menschen ist, dass sie ein paar Haare mehr auf dem Körper haben", sagt der Psychologe Colin Goldner, der jüngst für die Zeitschrift "National Geographic" alle 38 deutschen Zoos mit Menschenaffen untersuchte. Bei vier Fünfteln wurde deren Haltung mit mangelhaft oder ungenügend bewertet.

Auf den insgesamt 20.000 Quadratmetern Gesamtfläche des Darwineums ist eine spektakuläre Reise durch die Jahrmillionen der Erdgeschichte integriert. Die Evolution des Lebens wird in acht sogenannten Kojen vorgestellt, beginnend bei der Uratmosphäre und frühen Einzellern, über Terrarien mit Würmern, Schnecken oder Skorpionen bis hin zur achten Koje mit dem "Erfolgsmodell Säuger". Das Ausstellungskonzept beruht auf dem Konzept "Edutainment" (Bildung und Unterhaltung) und verbindet Abenteuer, Umweltbildung und Wissenschaft.

Mit der Eröffnung des Darwineums gelten im Zoo neue Eintrittspreise. Das Tagesticket für einen Erwachsenen kostet 16 Euro (bislang 11,50), Jugendliche ab 16 Jahre, Studenten oder Schwerbehinderte zahlen 13 Euro (bislang neun).