Lungenentzündung

92-jähriger Gründer der Moon-Sekte in Südkorea gestorben

Der südkoreanische Sektenführer Sun Myung Moon ist Berichten zufolge gestorben.

- Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen anderen Medienbericht meldete, starb Moon am frühen Montagmorgen (Ortszeit) im Alter von 92 Jahren in Südkorea. Moon war Mitte August dieses Jahres nach einer Lungenentzündung bewusstlos in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Seoul eingeliefert worden. Am Freitag deuteten Sprecher der Sekte an, dass ihr Anführer bald sterben würde.

Moon hatte die Sekte, die sich selbst Vereinigungskirche nennt, 1954 in Südkorea gegründet. Sie ist eine der bedeutendsten religiösen Gemeinschaften der Welt. Rund drei Millionen Anhänger bekennen sich zu der Bewegung, die nach eigenen Angaben in rund 200 Ländern missionarisch aktiv ist. Die Sekte glaubt, dass Moon der Messias ist und von Jesus die Aufgabe erhalten hat, seine Mission weiterzuführen.

Bekannt wurde die Moon-Sekte für ihre spektakulären Massentrauungen, bei denen sich tausende Paare zu einer Zeremonie versammeln. Zugleich schuf Moon ein Wirtschaftsimperium, das ihn zum Milliardär machte. Kritiker warfen Moon vor, er strebe eine Art Weltherrschaft an. In den vergangenen Jahren ist es ruhiger um ihn geworden. Seit 1964 gibt es die Vereinigungsbewegung auch in Deutschland. Nach eigenen Angaben bekennen sich 800 Familien zur Vereinigungskirche in Deutschland.