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Besondere Schwere der Schuld

Tat Am 3. September 2010 besucht der zehn Jahre alte Mirco einen Skatepark in seiner Heimatstadt Grefrath am Niederrhein. Er ist mit dem Fahrrad unterwegs, zuletzt wird er um 21 Uhr gesehen, danach verliert sich seine Spur. Zwei Tage nach dem Verschwinden finden Passanten das Rad in einem Feld, auf einem Parkplatz tauchen seine Kleidungsstücke auf, an beidem sichert die Polizei zahlreiche DNA-Spuren.

Ermittlung Mehr als 1000 Beamte beteiligen sich an der Suchaktion, auch Tornado-Kampfjets samt Wärmebildkamera und eine Drohne kommen zum Einsatz. Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel leitet die Sonderkommission Mirco. Die Eltern richten in der Sendung "Aktenzeichen XY ...ungelöst" einen Appell an den Täter: "Gib uns bitte unser Kind zurück, oder sage, wo wir Mirco finden können."

Verhaftung Ein Hinweis aus der Bevölkerung veranlasst die Polizei, nach einem dunklen VW Passat zu fahnden, der am Fundort des Fahrrads beobachtet wurde. Die Sonderkommission überprüft mehrere Tausend Wagen und wertet Telefondaten aus. Am 26. Januar vergangenen Jahres nimmt die Polizei den damals 45 Jahre alten Familienvater Olaf H. fest, der die Ermittler dann zur Leiche führt. Als Grund für die Tat nennt er Frust im Job und Streit mit seinem Chef.

Urteil Am 29. September 2011 verurteilt das Landgericht Krefeld Olaf H. wegen Mordes, sexuellen Missbrauchs und Freiheitsberaubung. Seine Erklärung, er sei am Abend der Tat stundenlang ziellos herumgefahren, hält das Gericht für nicht glaubhaft. Ziel der Fahrt sei vielmehr gewesen, sich eines Kindes zu bemächtigen und es sexuell zu missbrauchen.

Strafe Die lebenslange Freiheitsstrafe für Olaf H. wird nach 15 Jahren nicht zur Bewährung ausgesetzt - die Richter stellten neben den Mordmerkmalen die besondere Schwere der Schuld fest.