Urteil

Haftstrafe: Vater hat eigene Töchter missbraucht

Drei seiner sieben Töchter hat ein 48-Jähriger in einem Dorf in Dithmarschen (Schleswig-Holstein) jahrelang missbraucht. Dafür hat das Landgericht Itzehoe den zehnfachen Familienvater am Montag zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

- Sein mitangeklagter 18 Jahre alter Sohn erhielt eine zweijährige Jugendstrafe auf Bewährung. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sich beide viele Male an den Mädchen vergangen, die heute 17, 13 und acht Jahre alt sind. Auch der 16-jährige Sohn des Mannes stand am Montag wegen Missbrauchs vor Gericht - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wie die Richter über ihn urteilten, wurde nicht mitgeteilt.

Im Verfahren gegen den Vater wertete der Vorsitzende Richter Eberhard Hülsing es als strafverschärfend, dass dessen Verhalten der Nährboden für die Taten der Söhne gewesen sei. "So etwas habe ich noch nicht erlebt, dass ein Vater seinen Söhnen ein solches Verhalten vorlebt", sagte Hülsing. Staatsanwältin Stephanie Poensgen hatte für den 48-Jährigen neuneinhalb Jahre Haft verlangt, das Strafmaß für den 18-Jährigen entsprach ihrer Forderung. 26 Taten hatte sie in ihrem Plädoyer für den Vater aufgelistet, bei dem 18-Jährigen waren es 80 Taten.

Beide hatten die Vorwürfe zunächst bestritten, doch später widerriefen sie ihre Unschuldsbeteuerungen. Der Sohn legte ein umfassendes Geständnis ab, doch der Vater gab nur einen Teil der Vorwürfe zu: Er habe sich nur an einer seiner Töchter vergriffen, als diese bereits älter als 14 Jahre gewesen sei. Beide entschuldigten sich am Ende des Prozesses bei ihren Opfern. Der Verteidiger des Vaters überlegt, ob er in Revision geht.

( dpa )