35. Todestag

Elvis lebt - in seinen Enkeln weiter

35. Todestag - Zum ersten Mal gedenken Lisa Marie und Priscilla Presley mit den Fans

- "Es war in unserem Wohnzimmer. Meine Eltern hatten ,Teddy Bear' aufgelegt", erinnert sich Trevino an seinen ersten Kontakt mit dem Idol. Er rockte offenbar so überzeugend ab, dass die Eltern ihn bei einer Talentshow anmeldeten. "Ich hatte meine Brille auf und die Haare zurückgegelt", erinnert er sich an seinen ersten Auftritt. Mittlerweile macht der 27-jährige Künstler kaum etwas anderes. Er ist einer von Zehntausenden Imitatoren von Elvis Presley, die von dem Nachahmen ihres Vorbilds leben.

Am 16. August 1977 wurde der King of Rock 'n' Roll tot aufgefunden. An diesen Tag erinnerten am Wochenende Fans und Familie auf Elvis' Anwesen Graceland in Memphis. 29 Teilnehmer, darunter Trevino, kämpften am Samstag um den Titel Elvis Tribute Artist. Der beste Elvis nach dem Original.

"Es verlangt Einsatz, viele Jahre Erfahrung und viel Arbeit im Fitnessstudio, um gut auszusehen", verrät der 41-jährige Stephen Freeman, der seit 15 Jahren Elvis nachahmt. "Und dann muss man ihn lieben und die Fans lieben", sagt der frühere Polizist.

Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Vorbild haben alle Teilnehmer des Imitatoren-Wettbewerbs in Memphis, die aus Kanada, Großbritannien, den USA und Japan kommen und wie Elvis lange Koteletten und eine Haartolle tragen. Doch jeder gibt seinem Idol eine persönliche Note: "Ich bin mir selbst immer treu, so wie Elvis sich immer treu war. Das machte ihn so einzigartig", sagt Trevino.

Die Imitatoren, die sich selbst lieber als Künstler bezeichnen, feiern nicht nur die Musik ihres Vorbilds, sondern auch den Menschen Elvis. So erinnert Trevino, seit zwei Jahren professioneller Elvis-Imitator für die Show "Legends in Concert", an die Rolle, die der Sänger zur Zeit der Rassentrennung in den USA spielte. "Elvis nahm weiße Musik und schwarze Musik und mischte sie", sagt der Sänger aus Texas. "Er riss die Schranken ein. Er achtete nicht auf die Hautfarbe. Er sah die Menschen, und die Menschen schätzten das."

Für Zehntausende von Elvis-Künstlern wächst gerade besondere Konkurrenz heran: die Enkelkinder des King. Eine Enkeltochter spielt bereits in einem Kinofilm mit, ein Enkelsohn macht Musik. Laut Tochter Lisa Marie haben ihre Kinder das Showtalent des Großvaters geerbt. Doch so hoch hinaus wie er müssen sie nicht unbedingt. "Ich wünsche mir einfach, dass sie in allem, was sie machen wollen, gut sind", sagte die 44-jährige Lisa Marie am Wochenende bei einer Podiumsdiskussion mit ihrer Mutter Priscilla in Graceland.

Über ihre Tochter Riley Keough, die im Film "Magic Mike" von Steven Soderbergh mitspielt, sagte Lisa Marie Presley, die 23-Jährige mache ihre Arbeit "unglaublich gut". Und der 19-jährige Benjamin Keough zeige seine Begeisterung für Musik, indem er "zwischen Bass und Gitarre hin- und herschwankt". Auch ihre drei Jahre alten Zwillinge Harper und Finley Lockwood zeigten jetzt schon ihr Talent. Der eine besonders: "Finley wird bestimmt mal singen."