Menschenrechte

Bootsflüchtlinge zwingen Retter zu Fahrt nach Australien

Dutzende gerettete Flüchtlinge haben eine indonesische Schiffsbesatzung dazu gezwungen, sie nach Australien zu bringen.

- Das unter der Flagge Singapurs fahrende Handelsschiff "Parsifal" hatte am Montag die 67 Emigranten vor der Küste der zu Indonesien gehörenden Insel Java nach der Havarie ihres Bootes gerettet, sagte der australische Innenminister Jason Clare. Weil die "Parsifal" auf dem Weg nach Indonesien gewesen sei, hätten die Flüchtlinge einen Kurswechsel Richtung der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel erzwungen, sagte Clare dem Rundfunksender ABC. Die Flüchtlinge seien "sehr aggressiv" aufgetreten, sagte Clare. Aus Sorge um die Sicherheit seiner Crew habe der Kapitän schließlich zugestimmt und die australische Küstenwache über Funk über den Vorfall informiert. Clare kündigte an, dass gegen die Emigranten wegen der Entführung des Schiffes ermittelt werden solle.

Unterdessen sind bei einem Flüchtlingsdrama vor Malta mehrere Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen. Insgesamt etwa 160 Menschen wurden in der Nacht zum Donnerstag vor der Küste der Mittelmeerinsel aus ihren Booten gerettet, wie ein Armeesprecher sagte. Vier Flüchtlinge seien ums Leben gekommen, rund zwanzig benötigten dringend medizinische Hilfe. Das erste Boot mit etwa 60 Menschen und zwei Toten an Bord wurde am Mittwochabend rund 70 Seemeilen südwestlich von Malta von einem Handelsschiff gesichtet, wie der Sprecher sagte. Der Kapitän alarmierte die maltesische Seenotrettung. Das Schiff nahm die Flüchtlinge an Bord, als ihr Schlauchboot bereits sank. Dabei seien zwei von ihnen ins Wasser gefallen.