Amiens

Verletzte bei Ausschreitungen in Frankreich

Jugendliche in Amiens greifen Polizisten an

- Bei schweren Zusammenstößen zwischen rund hundert Jugendlichen und der Polizei sind im nordfranzösischen Amiens 16 Polizisten verletzt worden. Drei öffentliche Gebäude wurden bei den Ausschreitungen in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der Behörden teils zerstört, mehrere Autos brannten aus. Präsident François Hollande versicherte, der Staat werde "alle Mittel" nutzen, um gegen die Gewalt vorzugehen.

Die 16 Polizisten wurden nach Angaben der Präfektur durch Bleikugeln, Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse verletzt. Mit Tränengas und Gummigeschossen gingen die rund 150 Beamten gegen die Jugendlichen vor; Festnahmen gab es keine. Etwa hundert Jugendliche hatten bereits am Montagabend begonnen, die Sicherheitskräfte zu bedrängen, die in ein Problemviertel im Norden von Amiens eingerückt waren, nachdem es dort bereits am Sonntag Zusammenstöße gegeben hatte. Die Ausschreitungen dauerten bis Dienstag gegen vier Uhr. In dem Viertel kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen, doch die Zusammenstöße seien "noch nie so schwerwiegend gewesen", fügte die Präfektur hinzu. Drei öffentliche Gebäude seien teilweise zerstört worden, darunter eine Vorschule, die teilweise ausbrannte. Ein Sportzentrum sei völlig demoliert worden.

Der Bürgermeister von Amiens, Gilles Demailly, sprach von "trostlosen Szenen". Die Schäden bezifferte er auf "Millionen Euro". Er habe seit Monaten um Unterstützung gebeten, weil die Spannungen in dem Viertel gewachsen seien.

Der Norden von Amiens zählt zu den landesweit 15 Sicherheitszonen, für die der neue sozialistische Innenminister Manuel Valls ab September zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hat. Er machte sich am Nachmittag ein Bild von der Lage vor Ort, wurde bei seiner Ankunft aber von Bewohnern ausgepfiffen.

( AFP )