Enthüllt

Russische Sekte hält mehr als 20 Kinder in Bunker gefangen

Polizisten haben in einem unterirdischen Bunker in Russland rund 70 Mitglieder einer islamistischen Sekte entdeckt, darunter 15 Kinder.

- Die Sektenmitglieder lebten seit mehr als zehn Jahren abgeschieden vom Tageslicht in dem Bunker, erklärte das Innenministerium der zentralrussischen Republik Tatarstan.

Der 85-jährige Sektengründer und selbst ernannte Prophet Faisrachman Satarow habe seinen Anhängern verboten, den unter einem als Moschee genutzten Gebäude in der Hauptstadt Kasan gelegenen unterirdischen Schutzraum zu verlassen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Kinder der Mitglieder durften demnach nicht zur Schule gehen, selbst zur medizinischen Behandlung durften sie den Bunker nicht verlassen.

Das labyrinthische System bestehe aus kleinen Zellen, wo die Kinder im Dreck und ohne Frischluft lebten, erklärte das Ministerium. In den Wohnzellen herrschen mittelalterliche Zustände, es gibt weder Heizung noch Strom noch eine Kanalisation. Der Geruch muss ekelerregend sein. Nach der Befreiung aus den unterirdischen Verliesen seien sämtliche Kinder wegen ihres schlechten Zustands ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Behörden gaben zunächst keine Erklärung dazu ab, wie die Sekte zehn Jahre lang mitten in der tatarischen Hauptstadt bestehen konnte, ohne entdeckt zu werden. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen Sektengründer Satarow sowie gegen mehrere Sektenmitglieder wegen Kindesvernachlässigung ein.