Ermittlungen

Fall von Dortmund: Freundin des Vaters bleibt in Haft

Polizei sucht am verbrannten Tatort intensiv nach Spuren

- Mehrere Tage nach dem gewaltsamen Tod von drei Kindern in Dortmund suchen die Ermittler weiter intensiv nach Spuren an dem vom Feuer verwüsteten Tatort. Die Spurensicherung sei extrem schwierig, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Ruhelos arbeiteten die Ermittler an der Aufklärung der grausamen Bluttat. "Alles andere wird zurückgestellt", sagte die Sprecherin. Wann die Ermittlungen abgeschlossen werden könnten, sei unklar. Auch Zeugenvernehmungen stünden noch an.

Der Mordverdacht richtet sich gegen die 29-jährige Freundin des Vaters, die die Tat aber abstreitet. Die Frau, gegen die am Wochenende Haftbefehl wegen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung ergangen war, sitzt in Untersuchungshaft. Gegen den 41 Jahre alten Vater besteht kein Tatverdacht. Die Mutter der Kinder war vor knapp drei Jahren bei einem Unfall im Sauerland gestorben.

Das Dortmunder Jugendamt bestätigte unterdessen Kontakte mit der Familie, die im September 2011 in die Ruhrgebietsstadt gezogen war. Anlass sei eine "vorübergehende Abwesenheit" des Vaters im Februar gewesen. Nach einem ersten Wohnungsbrand, bei dem sich die Familie im selben Monat unverletzt hatte retten können, habe man mit ihr sowie den Schulen und der Kindertageseinrichtung im "beraterischen Kontakt" gestanden. Erkenntnisse, die auf eine Vernachlässigung oder Gefährdung des Kindeswohls hindeuteten, habe es jedoch zu keinem Zeitpunkt gegeben. Zu weiteren Einzelheiten wollte eine Sprecherin der Stadt keine Stellung nehmen.

Die Leichen eines vierjährigen Jungen und seiner zwölf Jahre alten Schwester waren am Freitagmorgen nach einem Brand in der Familienwohnung gefunden worden. Ihr zehnjähriger Bruder starb wenig später im Krankenhaus. Die Obduktionen hätten ergeben, dass alle durch "äußere Gewalteinwirkung" starben.

( dpa )