Tiere

Indianer feiern Geburt eines weißen Bisons

Als Zeichen der Hoffnung auf Einheit und eine bessere Zukunft haben Hunderte Indianer im US-Staat Connecticut die Geburt eines weißen Bisons gefeiert - eines der seltensten Tiere der Welt.

- Mitglieder der Stämme der Lakota, Mohawk, Seneca und Cayuga reisten zum Teil von weit her zu der Farm in Goshen, um für das Kalb in einer traditionellen Zeremonie einen Namen zu finden. Es soll "Yellow Medicine Dancing Boy" heißen.

Der weiße Bison wurde am 16. Juni geboren. Experten zufolge ist diese Farbe bei Bisons sehr selten, nur eines von zehn Millionen Tieren ist weiß. Ein weißer Bison gilt vielen nordamerikanischen Indianervölkern als Zeichen der Einheit und Hoffnung, vielen gar als heilig. DNA-Untersuchungen ergaben, dass es sich nicht um einen Albino handelt. Marian White Mouse vom Stamm der Oglala-Lakota sagte, der weiße Bison sei "ein echtes Wunder. Ich hoffe, dieses eine Gebet wird unser Volk zusammenhalten, uns alle zusammenhalten."

Die Farm gehört dem 53-jährigen Peter Fay. Seit der Geburt des weißen Bisons strömen Schaulustige, aber auch Stammesältere verschiedener Indianervölker zu seiner Farm. Von Letzteren erhält er Ratschläge im Umgang mit dem seltenen Tier. "Für die bin ich das Kalb", sagt Fey. Auf seiner Schulter prangt eine Tätowierung. Sie zeigt eine Herde Bisons.

Der letzte weiße Bison starb im Jahr 1959. Seither warten viele Indianer auf die frohe Botschaft einer neuen Geburt eines solchen Tiers. Das sehnsüchtige Warten hat für sie nun ein Ende.