Kriminalität

250 menschliche Embryos im Wald in Russland gefunden

Wie lästiger Müll liegen 248 ungeborene Kinder in einem Waldgebiet in Russland.

- Pilzsuchern bietet sich ein grauenvolles Bild: Aus Plastiktonnen und aufgeplatzten Tüten quellen die Überreste der zwei bis vier Monate alten Embryonen heraus. "Es handelt sich vermutlich um unbenutztes oder ungebrauchtes Material, das für Forschungen zu Impfstoffen vorgesehen war", meint die Expertin Juliana Abajewa.

Der schockierende Fall nahe des Städtchens Newjansk am Ural wirft ein Schlaglicht auf das in Russland lukrative Geschäft mit Abtreibungen.

Die Föten stammen aus Kliniken der Großstadt Jekaterinburg. Dabei handle es sich um "biologisch-medizinische Abfälle" der Klasse B (Abtreibungen und Fehlgeburten), zitieren russische Medien Mitarbeiter der betroffenen Krankenhäuser. Normalerweise holen Spezialfirmen die Überreste zur Bestattung ab. Diesmal aber werden die abgetriebenen Babys einfach weggeworfen - die mit der Lieferung beauftragte Firma gilt schon länger als zwielichtig.

"Es war furchtbar - die Container waren schmutzig, und sie haben die Abfälle nicht in vorgesehenen Behältern, sondern in ganz normalen Tüten weggeschleppt", sagt ein entsetzter Arzt in Jekaterinburg.

Auch deshalb war das Unternehmen bereits im Vorjahr ein Fall für die Ermittler. Die Firma konnte keine Genehmigung für die Entsorgung medizinischer Abfälle vorlegen - und hatte dennoch eine entsprechende Ausschreibung gewonnen. Das Geschäft mit den Embryonen verspricht große Rendite. Von Nutzen seien die Stammzellen von Föten etwa in der Kosmetik oder der Pharmazie.