Vernehmung

Nach sechs Stunden Verhör: Vater gesteht Tötung seiner vier Kinder

Einen Monat nach der Familientragödie im niedersächsischen Ilsede (Landkreis Peine) hat der Vater der vier getöteten Kinder ein Geständnis abgelegt.

- Er soll dem Mädchen und den drei Jungen die Kehle durchgeschnitten haben. "Der 36-Jährige wollte unbedingt aussagen, und die Vernehmung hat insgesamt sechs Stunden gedauert", sagte der Hildesheimer Oberstaatsanwalt Bernd Seemann der "Peiner Allgemeinen Zeitung".

Seemann zufolge legte der Vater ein umfassendes Geständnis ab. Nun werde ein Gutachten erstellt und die Anklage vorbereitet, sagte er. Bis zur Gerichtsverhandlung dauere es voraussichtlich etwa zwei Monate. Laut der Obduktion waren der zwölfjährigen Tochter sowie ihren neun, sieben und fünf Jahre alten Brüdern die Kehlen durchschnitten worden. Betäubt wurden die Kinder vor der Tat offenbar nicht. Nach Angaben der Polizei hatte die Obduktion der Leichen keine Hinweise auf verabreichte Medikamente oder Schlafmittel ergeben.

Im Fall des Mädchens gehen die Ermittler nach einem Medienbericht von Totschlag aus, weil es sich gewehrt habe. Bei den Söhnen wirft die Staatsanwaltschaft dem Vater Mord vor. Der Mann hatte nach der Tat versucht sich umzubringen und lag zwischenzeitlich im künstlichen Koma. Die Mutter der vier Kinder war zur Tatzeit im Urlaub. Die 34-Jährige will laut der Zeitung nicht aussagen.

Als Ursache für die Tat nehmen die Ermittler Beziehungsprobleme an. Weil die Staatsanwaltschaft Hildesheim von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit des Mannes ausgeht, wurde der Haftbefehl gegen den 36 Jahre alten Vater in einen sogenannten Unterbringungsbefehl für die Psychiatrie umgewandelt. Seemann zufolge geht es ihm "gesundheitlich so gut, dass die lange Vernehmung kein Problem für ihn war". Nach der Familientragödie in Ilsede hatten Ende Juni rund 550 Menschen der vier getöteten Kinder gedacht. Auch die Mutter war unter den Trauergästen.