Polizei

Familiendrama in Leipzig: Mutter starb an Drogen-Mix

Die 26-Jährige, die mit ihrem zwei Jahre alten Sohn tot in ihrer Leipziger Wohnung gefunden wurde, ist an einem Drogen-Mix aus Heroin und Kokain gestorben.

- Ihr Sohn verdurstete etwa zwei bis drei Tage später. Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" liegt knapp fünf Wochen nach dem Fund der beiden Leichen das Ergebnis der Obduktion vor. Demnach starb die junge Frau an einer Mischung, die in der Szene als "hot and cold" bekannt ist. Dahinter verbergen sich Heroin und Kokain. Heroin ist eine halbsynthetische Droge, Kokain ist ein starkes Stimulans und eine weltweit verbreitete Rauschdroge. Beide Drogen haben ein sehr hohes Abhängigkeitspotential.

Die Frau sei seit ihrem 16. Lebensjahr drogenabhängig gewesen. Ihr kleiner Junge starb qualvoll. In seinen letzten Stunden sei das Kind offenbar völlig apathisch, vielleicht auch bewusstlos gewesen, hieß es. Dies könnte erklären, warum sich das Kind nicht mehr selbst helfen konnte. Die junge Mutter war den Behörden schon lange als Drogensüchtige bekannt. Sie und ihr Sohn wurden vom Allgemeinen Sozialdienst der Stadt betreut.

Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren gegen drei Mitarbeiter der Leipziger Stadtverwaltung, darunter Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Großmutter der jungen Frau hatte Strafanzeige wegen Totschlags durch Unterlassen gestellt. Die Sächsische Landesstelle gegen Suchtgefahren schätzt die Zahl der Drogenabhängigen in Sachsen auf 37.000 - Tendenz steigend. 2011 starben im Freistaat zwölf Menschen nach Drogenkonsum, das jüngste Opfer war 24 Jahre alt. Im Jahr zuvor gab es 24 Todesopfer.