Unglück

Patientin verbrennt bei Feuer in Krankenhaus

Bett der 57-Jährigen stand in der Nacht in Flammen

- Es sind dramatische Szenen, die sich in der Nacht zum Freitag in der Klinik der badischen Kleinstadt Ettenheim abspielen: Eine Patientin in einem Zwei-Bett-Zimmer wacht auf, weil sie Brandgeruch wahrnimmt. Als sie auf das Nachbarbett blickt, steht dieses bereits komplett in Flammen. Die Patientin, die in dem Bett liegt, ist schon nicht mehr zu sehen, so stark ist der Rauch. Die 57-Jährige aus dem Ortenaukreis kommt in den Flammen ums Leben, ihre Leiche wird nach den Löscharbeiten entdeckt.

Ihre Bettnachbarin kann sich in letzter Sekunde retten. Sie wird durch den Rauch ebenso verletzt wie die Krankenschwester der Station. Das Feuer breitet sich rasant aus. Es wird Großalarm ausgelöst. Knapp 300 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei rücken aus.

Die Rettungskräfte bringen alle 67 Patienten und sieben Mitarbeiter des kommunalen Krankenhauses in Sicherheit. Die meisten von ihnen kommen in ein Notlager, das in der Stadthalle Ettenheim eingerichtet wird. Zehn Patienten der Intensivstation werden in andere Krankenhäuser gebracht.

"Das Krankenhaus brennt. Da schrillen alle Alarmglocken", sagt am Morgen ein sichtlich betroffener Bürgermeister. Bruno Metz (CDU) war in der Nacht vor Ort, als die Rettungsarbeiten liefen. Die Brandursache ist bisher unklar, ebenso die Schadenshöhe. Das Krankenhaus der 12.000-Einwohner-Stadt bleibt zunächst geschlossen.

Das Feuer brach in einer 20 Betten zählenden Station im Erdgeschoss des dreistöckigen Gebäudes aus. Die Abteilung für Schmerztherapie war voll belegt. Das Krankenhaus mit 170 Mitarbeitern, das sich seit 1976 in der Trägerschaft des Landkreises befindet, ist der größte Arbeitgeber in Ettenheim.