Schiffswrack

Hallo, mein Schatz

Bergungsspezialisten heben Silberbarren vom Grund des Atlantiks

- Aus einem im Zweiten Weltkrieg von einem deutschen Unterseeboot versenkten britischen Handelsschiff sind im Atlantik etwa 43 Tonnen Silber geborgen worden. Das Schiff namens "Gairsoppa" liege in rund 4700 Meter Tiefe südwestlich von Irland, teilte die auf die Bergung von Schiffen spezialisierte US-Gesellschaft Odyssey Marine Exploration mit. Im Wrack könnten sich noch mehr als 170 Tonnen Silber befinden.

Die bisher geborgenen 1203 Barren wurden demnach nach Großbritannien in Sicherheit gebracht. Zum Wert des bisher geborgenen Schatzes machte Odyssey Marine Exploration keine Angaben. Nach aktuellem Silberpreis dürfte er aber bei etwa 38 Millionen Dollar (knapp 31 Millionen Euro) liegen. Odyssey erklärte, es handele sich um die bislang größte Bergung von Wertmetallen aus einem Schiffswrack.

Die "Gairsoppa" soll sich im Februar 1941 auf dem Weg vom indischen Kolkata nach London befunden haben, als sie unterging. Geladen hatte das Schiff den Angaben zufolge neben dem Silber unter anderem Roheisen und Tee. Wegen Treibstoffmangels habe das Schiff nicht mehr mit seinem Konvoi weiterfahren können, sondern habe sich auf den Weg zum irischen Hafen Galway gemacht. Bei der Versenkung durch das deutsche U-Boot starben 84 Menschen.

Bis Ende September soll die Bergung der Silberbarren abgeschlossen sein. Das Unternehmen hat einen Vertrag mit der britischen Regierung, nach dem es 80 Prozent des Schatzes behalten darf. Nicht immer läuft die Zusammenarbeit mit Regierungen so reibungslos: Odyssey liegt seit 2007 im Rechtsstreit mit Spanien um die Schätze der sagenumwobenen "Nuestra Señora de las Mercedes". An Bord des vor rund 200 Jahren gesunkenen Kriegsschiffs befanden sich Gold und Silber im Wert von einer halben Milliarde Dollar.

Wie das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Florida erklärte, hoffe es auf einen weiteren Silberschatz in einem zweiten Schiffswrack. Die ebenfalls durch ein deutsches U-Boot versenkte "Mantola" sei 2011 am Meeresboden ausfindig gemacht worden, als Suchmannschaften die "Gairsoppa" aufzuspüren versuchten.