Entwarnung

Krokodil "Klausi" war doch nur ein Biber im Badesee

Bayerische Polizei hat 3700 Kamerabilder ausgewertet

- Das Krokodil in einem bayerischen Badesee war wohl "nur" ein harmloser Biber. Die Auswertung der Wildkameras im Uferbereich des Gewässers habe keine Anzeichen auf ein Krokodil ergeben, teilte die Stadt Schwandorf mit. Damit werde die Akte "Klausi" geschlossen. Insgesamt hatte die Behörde 3700 Bilder ausgewertet, die von den vier Kameras in Ufernähe aufgenommen worden waren. "Es waren Füchse, Graureiher, frei laufende Hunde und abgebrochene Äste zu sehen, aber kein Krokodil", sagte Stadtsprecher Lothar Mulzer.

Auch der Biberbeauftragte des Landkreises Schwandorf gehe davon aus, dass es sich bei dem Tier, das zwei Zeugen gesehen hatten, um einen Biber gehandelt habe. Das Badeverbot für den Mittleren Klausensee - der dem Phantom seinen Spitznamen einbrachte - werde nun aufgehoben. Sehr zur Erleichterung von Gastronomie und Anwohnern, die von ausbleibenden Gästen und der steigenden Zahl an reinen Schaulustigen genervt waren. Das Phantom-Krokodil "Klausi" hatte die Stadt mehr als eine Woche beschäftigt. Die beiden Zeugen hatten ein etwa einen Meter langes Tier mit Schwanz und Krallen an den Hinterbeinen beschrieben. Schwandorfs Oberbürgermeister Helmut Hey (SPD) erklärte noch, dass er die Aussagen eines Spaziergängers für glaubwürdig halte. "Er hat uns berichtet, dass sein Schäferhund panisch aus dem Wasser gesprungen ist", sagte Hey. Am vergangenen Montag hatte sich noch eine Frau gemeldet.

Sie berichtete, dass ein Tier mit besagter Größe in Ufernähe über sie hinweggeschwommen sei und sie dabei an der Schulter verletzt habe. Alle Suchaktionen, darunter auch eine nächtliche mit 70 Einsatzkräften, blieben erfolglos. Vor fünf Jahren gab es im Landkreis Schwandorf schon einen Krokodilalarm. Auch damals wurde kein Tier, geschweige denn ein Reptil, entdeckt.