Rettungsmedaille

Niedersachsen will Kindergärtnerin für ihren Einsatz ehren

37-Jährige rettete kleinen Jungen aus Schacht

- Für ihre mutige Rettung eines kleinen Jungen aus einem alten Bergwerksschacht soll die 37-jährige Kindergärtnerin die niedersächsische Rettungsmedaille bekommen. Ministerpräsident David McAllister (CDU) habe persönlich vorgeschlagen, die als "Heldin vom Osterwald" gefeierte Erzieherin zu ehren, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. Die Frau hatte einem Dreijährigen das Leben gerettet, der beim Spielen im Wald 25 Meter tief in einen schlecht gesicherten Schacht stürzte. Sie sprang hinterher und hielt das Kind bis zur Bergung anderthalb Stunden lang im eiskalten Wasser am Grund des Schachtes an der Oberfläche.

Die Kindergartenmitarbeiterin hat nach Angaben des Kirchensprengels Hildesheim-Göttingen inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen. Der Junge soll hingegen wegen einer Leberprellung noch einige Tage zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Ihm werde in den nächsten Tagen auch psychologische Hilfe angeboten, sagte Philipp von Blanckenburg, Chefarzt des Sana-Klinikums in Hameln.

Unterdessen haben die Behörden den Vorfall genauer untersucht. Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau war die Abdeckung des Schachtes zuletzt im Mai kontrolliert worden. Das Loch sei mit Lärchenstämmen grundsätzlich "ausreichend" gesichert gewesen, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Möglicherweise sei das Loch durch starke Regenfälle aber größer geworden. Die Untersuchungen vor Ort hätten aber ergeben, dass "kein schuldhaftes Verhalten" vorliege, sagte sie.

Jetzt werde aber darüber nachgedacht, das Loch im Wald zu verfüllen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover. In den kommenden Monaten sollen zudem nach Angaben des Landesamtes für Bergbau alle bekannten Tagesöffnungen im Raum Osterwald kontrolliert werden.