Ermittlungen

Karlsruhe: Herkunft der Waffen ist unklar

Nach dem tödlichen Geiseldrama sucht die Polizei nach Spuren

- Nach dem Geiseldrama mit fünf Toten in Karlsruhe prüfen die Ermittler, ob der Täter sich in Frankreich Waffen besorgt hat. Über das gemeinsame Zentrum der deutschen und französischen Polizei in Kehl hätten sie Kontakt zu den französischen Behörden aufgenommen, sagte ein Polizeisprecher in Karlsruhe. Die Obduktion der Leichen soll näheren Aufschluss über den Ablauf der Tat geben.

Ein 53-Jähriger hatte am Mittwoch bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Karlsruhe offenbar vier Menschen erschossen und danach sich selbst getötet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat geplant war. Demnach nahm der Mann zunächst einen 47-jährigen Gerichtsvollzieher, einen 33-jährigen Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes sowie den 49 Jahre alten neuen Besitzer der Wohnung als Geiseln, bevor er sie später erschoss. Auch die 55-jährige bisherige Wohnungsbesitzerin und Lebensgefährtin des Täters fanden die Ermittler erschossen in der Wohnung. Einen Sozialarbeiter, der zunächst mit in der Wohnung war, ließ der Mann laufen, bevor die tödlichen Schüsse auf die Männer fielen.

Der Täter stammt dem Polizeisprecher zufolge aus der französischen Region Elsass, wo er auch noch einen weiteren Wohnsitz hatte. Den Ort wollte der Polizeisprecher nicht nennen. Bei den Ermittlungen in Frankreich gehe es nun unter anderem um die Frage, ob der Mann dort möglicherweise seine Waffen legal erworben habe. Die Beamten hatten in der Tatwohnung ein Schrotgewehr, zwei Pistolen, ein weiteres Gewehr, reichlich Munition sowie Übungshandgranaten gefunden.

Meldungen, wonach der Schütze ein Jäger gewesen sein soll, konnte die Polizei nicht bestätigen. Auch dies sei noch "Gegenstand der Ermittlungen", sagte der Sprecher. Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) bestritt derweil bereits eine Mitgliedschaft des 53-Jährigen in einem Jägerverbund. "Er war weder bei der Waffen- noch bei der Jagdbehörde in Frankreich oder Deutschland gemeldet und besaß keinen Europäischen Feuerwaffenpass", teilte der Verband mit. Die Obduktion der Leichen wurde auf Freitag verschoben.