Ermittlungen

Berliner Student in Vancouver vermisst

Die kanadische Polizei befürchtet, dass der 22-Jährige tödlich verunglückt sein könnte

- Ein 22-jähriger Student aus Berlin ist im kanadischen Vancouver verschwunden und möglicherweise ums Leben gekommen. Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) sucht derzeit in North Vancouver nach dem Berliner Jasper H. Der 22-jährige Student wurde zuletzt am vergangenen Sonnabend bei Freunden im Zentrum Vancouvers gesehen. Seine letzte Facebook-Aktivität ist am Tag davor verzeichnet.

Jasper H. war im Februar dieses Jahres nach Vancouver geflogen, um seine Englischkenntnisse zu verbessern. Nach 16 Wochen hatte er den Abschlusstest mit einer überdurchschnittlichen Leistung bestanden und damit seinen Kurs bei einer lokalen Sprachschule erfolgreich beendet. Vor einigen Wochen hatte er sein Praktikum im Finanzbereich begonnen.

Am Mittwoch teilte die kanadische Polizei nun mit, dass eine Leiche in den Bergen North Vancouvers gefunden wurde. Es handele sich um einen männlichen Wanderer, der in einer steilen Gegend in der Nähe des Dreamweaver-Trail zu Tode gestürzt sei. Am Abend waren die RCMP-Ermittler am Unglücksort noch damit beschäftigt, die Leiche zu bergen. Bis zum Redaktionsschluss war die kanadische Polizei noch nicht in der Lage, den Namen des Mannes zu ermitteln.

Freunde befürchten jedoch, dass es sich um Jasper handeln könnte. Sie beschreiben ihn als pünktlich und zuverlässig. Als er am vergangenen Montag nicht zur Arbeit erschien, riefen sie deshalb die Polizei. Diese schließt nun nicht aus, dass H. am vergangenen Sonntag bei einer Bergtour, die er offenbar alleine unternahm, einen Unfall hatte. Die Eltern des Studenten flogen am Mittwoch von Berlin nach Vancouver.

Die Gastfamilie, Freunde und Bekannte des Studenten hatten zuvor mithilfe sozialer Netzwerke die Suche nach dem Berliner aufgenommen. Auch die Mitarbeiter und internationalen Studenten der Sprachschule, in der der junge Mann bis zum vergangenen Monat Englisch gelernt hatte, hatten ihn in Vancouver gesucht. "Tausende Plakate wurden angeklebt. 3000 davon nur von uns alleine", erzählt einer der Mitarbeiter der Sprachschule. "Es ist eine sehr verblüffende Erfahrung, zu sehen, wie sich die internationalen Studenten und Freunde engagieren und alles versuchen, um zu helfen." Jasper H. sei ein sehr engagierter Student gewesen, sagt der Mitarbeiter der Sprachschule. Er ist von der Vorstellung, dass der Tote in den Bergen der junge Mann sein könnte, schockiert. "Das ist ein trauriger Moment für uns alle."