Justiz

Fall Kampusch soll neu aufgerollt werden

Der österreichische Entführungsfall Natascha Kampusch kommt noch lange nicht zu den Akten.

- Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss hat den Behörden in einem Bericht schwere Ermittlungspannen vorgeworfen. Er forderte deshalb, die Ermittlungsarbeit noch einmal unter die Lupe zu nehmen und dabei auch ausländische Experten hinzuziehen, etwa von der US-Bundespolizei FBI.

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Staatsanwaltschaft nach dem Verschwinden des Mädchens Indizien nicht richtig nachgegangen sei. "Vielmehr besteht der Eindruck, dass Ergebnisse im Zweifelsfall dahin gehend interpretiert wurden, dass sie in die bestehenden Ermittlungsansätze passten", heißt es im Bericht. Zeugenaussagen, die diesen Ansätzen widersprachen, seien "in der Regel als wenig glaubwürdig qualifiziert" worden.

Kampusch hatte im August 2006 nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft aus dem Haus ihres Peinigers Wolfgang Priklopil fliehen können. Dieser beging daraufhin Selbstmord.